# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1906_S51 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) der Ev.⸗Luth. Synodalkonferenz von Nordamerika. 1906. 51 Weiße waren anweſend. Auf Grund von Matth. 7, 24—27 redete ich bei der Gelegenheit über “The Two Great Educational Institutions of Our Country — State and Church” und zog einen Vergleich zwiſchen der vom Staat und der von der Kirche dargebotenen Erziehung. Mit einem kurzen Gottesdienſt wurde die Anſtalt am Montag⸗ morgen eröffnet. Etwa die Hälfte der erwarteten Schüler war bei der Eröffnung zugegen. Die Nachzügler kamen einer nach dem andern im Laufe der nächſten zwei Monate an. Das Zuſpätkommen iſt ein übel, mit dem alle Negeranſtalten im Staate zu kämpfen haben, und zwar ohne imſtande zu ſein, es abzuſchaffen. Teils können die Neger nur langſam ſich an Pünktlichkeit und beſtehende Ordnungen gewöhnen, teils müſſen ſie auch ſo lange als möglich arbeiten, um die nötigen Mittel für einige Monate Aufenthalt an einer höheren Anſtalt zu verdienen. Wir leben in der Hoffnung, daß wir in einigen Jahren ſtark genug ſein werden, den chroniſchen Nachzüglern die Anſtaltstüren zu verſchließen. Wenn die mitgebrachten Erſparniſſe aufgebraucht ſind — gewöhnlich nach etwa drei Monaten —, heißt es entweder, ſie an die Arbeit gehen laſſen, oder ihnen Unterſtützung gewähren. Das eine iſt den meiſten der jetzigen Negergeneration ebenſo angenehm wie das andere. Einige Monate auf einer Schule herumzubummeln, ſieht gar mancher Negerjüngling als eine angenehme Erholung an. Er kehrt dann in ſeine Umgebung zurück, ſetzt eine goldberänderte Brille auf die Naſe, ſpielt den Gelehrten, ſchlägt mit lateiniſchen Vokabeln und großen Wörtern um ſich, deren Bedeutung er nicht kennt, und die unwiſſende Negerwelt ſtaunt ihn offenen Auges und Mundes an. Er hat Zulaß zu den Häuſern der beſten Familien; das feinſte Huhn wird ihm gebraten; die Negermädchen ſtreiten ſich um ihn, denn er ſpielt den gentleman; ſein Haar iſt mit Öl geſalbt und parfümiert, er trägt Hemden aus der laundry und geputzte Schuhe; er kann rezitieren, erzählen, vielleicht auch ſingen und auf der Gitarre ſpielen. Der Prediger der größten Kirche im Städtchen erblickt den Studioſus auf der letzten Bank ſeiner Kirche, wo er ſich natürlich aus Beſcheidenheit niedergelaſſen hat, und er wird aufgefordert, “to come higher up”. Er tut's ungerne, aber er folgt der Einladung und begrüßt den Prediger mit vornehmen Manieren, ſchüttelt die Hände der Vor⸗ ſteher herablaſſend, nickt den Frauen und Mädchen ſeiner Bekanntſchaft lächelnd zu und nimmt nun Notizbuch und Bleiſtift, um Notizen nieder⸗ zuſchreiben. Am nächſten Tage erſcheint in der Zeitung eine Lobpredigt über den Paſtor, ſeine Predigt und ſeine Gemeinde. Beiläufig wird dann auch bemerkt, daß der Studioſus N. anweſend war, der auf der Univerſität oder dem College ſtudiert habe und nun eine nötige Er⸗ holung bei ſeiner Mutter, Frau X., genieße. Wovon lebt er? Von ſeinen “wits” oder von dem Schweiße ſeiner alten Mutter, einer Waſch⸗ frau, die ſich vieles entſagt, um ihrem „begabten“ Sohn zu helfen, ſeine Studien zu vollenden, die aber lange vorher — denn er wird nie fertig — an die Türe des Armenhauſes klopft. Dies iſt die Geſchichte Tau⸗ ſender junger Neger, welche auf den Bänken höherer Schulen einige