# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1906_S49 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) der Ev.⸗Luth. Synodalkonferenz von Nordamerika. 1906. 49 nicht alle Arbeiter auf dieſem Felde voll Staunen ſagen müſſen: „Der HErr hat Großes an uns getan“? Und wenn auch Zeiten kommen, in denen es iſt, als wenn der HErr ſich von uns wenden wollte und als ginge es mehr rückwärts als vorwärts; wenn wir auch hier und da Rückfälle ſehen und die Frucht vieler Arbeit dahinfällt, ſoweit unſere Augen es ſehen, haben wir nicht doch Zeugnis genug, daß der HErr dennoch da iſt? Ich glaube, die Berichte unſerer Miſſionare werden uns auch heute Zeugnis geben, daß wir Urſache haben, den HErrn mit Freuden zu preiſen, daß er ſein Werk und ſeine Knechte nicht ver⸗ laſſen hat. An äußeren Fortſchritten in der Negermiſſion iſt zunächſt das zu verzeichnen, daß wir in den letzten zwei Jahren die in den Sitzungen von 1902 und 1904 gefaßten Beſchlüſſe der Synodalkonferenz aus⸗ führen konnten, indem zwei Lehranſtalten errichtet wurden, das Luther College in New Orleans, La., und das Immanuel Lutheran College zu Greensboro, N. C. Jenes iſt vollendet und bezahlt; dieſes geht ſeiner Vollendung entgegen, iſt aber noch nicht ganz bezahlt. Hören wir, was die Direktoren dieſer Anſtalt zu berichten haben. 1. Luther College zu New Orleans, La. Dieſe Anſtalt der Synodalkonferenz wurde im September 1903 in der Sakriſtei der St. Paulskirche eröffnet. Im November 1904 bezog die Anſtalt das neuerrichtete Collegegebäude. Im erſten Jahre belief ſich die Schülerzahl auf 22, 9 Jünglinge und 13 Mädchen. Die Schülerzahl im vergangenen Jahre betrug 46, 22 Knaben und Jüng⸗ linge und 24 Mädchen, die in fünf Klaſſen eingeteilt waren. Der Unterricht dieſer fünf Klaſſen wurde von Miſſionar Lankenau, Lehrer Wilde und einem Studenten erteilt, doch ſo, daß die beiden letztgenannten bloß die Hälfte ihrer Zeit dem College, die andere Hälfte aber der Ober⸗ klaſſe der Gemeindeſchule widmeten. Da die Arbeit die Kräfte der Ar⸗ beiter bei weitem überſtieg, konnte leider auf einige Fächer nicht die nötige Zeit verwandt werden. Das Betragen der Schüler war recht gut. Obwohl hie und da Unarten vorkamen, ſo war die Zucht und Ordnung im allgemeinen doch lobenswert. Grobe Verſündigungen ſind nicht vorgekommen; es herrſcht ein recht chriſtlicher Geiſt unter den Schülern, der ſich willig unter Gottes Wort beugt. Da mit unſerer Anſtalt kein Internat verbunden iſt, müſſen die auswärtigen Schüler in Familien untergebracht werden. Es iſt uns auch bisher ohne irgendwelche Schwierigkeiten gelungen, paſſende Gemeindeglieder zu finden, die bereit waren, unſere Schüler für den geringen Preis von $8.00 monatlich zu beköſtigen und zu be⸗ herbergen. Die Anſtalt beſitzt bloß ein Muſikinſtrument; aus dem Grunde ſind unſere Schüler gezwungen, ihre Muſikübungen ſo einzurichten, daß ſie die Orgeln der St. Paulsſchule nach den Schulſtunden benutzen.