# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1906_S47 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) der Ev.⸗Luth. Synodalkonferenz von Nordamerika. 1906. 47 geblieben. Die Beteiligung könnte und ſollte eine allgemeinere ſein. Wir ſtrecken deshalb hiermit gleichſam unſere Hände aus auch nach ſolchen Chriſten, die bisher gleichgültig waren, zur Unterſtützung dieſer Miſſion wenig oder gar nichts beigetragen haben, die hier noch müßig am Markte ſtehen, daß ſie nun doch auch rührig werden und uns um Chriſti willen helfen möchten, dieſe Schulden zu bezahlen und das Werk eifriger zu betreiben. Deshalb dürfen wir wohl alle Freunde der die⸗ nenden Liebe bitten: Gedenket auch gelegentlich bei Schenkungen und Teſtamenten der hilfsbedürftigen Negermiſſion! Auf eine andere, wirkliche Schwierigkeit möchten wir jetzt noch aufmerkſam machen, und das iſt der große Mangel an Arbeitern, an Miſſionaren, Reiſepredigern, Paſtoren und Schullehrern. Es iſt die alte Klage, wie in allen Miſſionen, ſo auch in der Negermiſſion. Arbei⸗ ter, mehr Arbeiter müſſen wir haben — gottſelige, tüchtige, treue Arbei⸗ ter, Arbeiter, die nicht um des Geldes, nicht um des Bauches willen dienen (ſolche ſchaden mehr, als ſie nützen), Arbeiter, die, wie Paulus und Barnabas, ihre Seele dargeben für den Namen JEſu Chriſti. Jeder treue Paſtor und Schullehrer in der Negermiſſion iſt ein wahrer Segen in dem Kreiſe, in welchen Gott ihn geſtellt hat. Die Religion, das Chriſtentum, das Allerbeſte, was wir haben, iſt nicht etwas, was nur ſo von ſelber aufſproßt, wächſt und gedeiht. Freilich das Unkraut kommt von ſelber. Das wächſt aus dem Boden in jedem Garten und will nicht ſterben und verderben. Den Weizen aber muß man pflegen, das Feld muß man bauen, den Samen muß man ſtreuen, den Acker muß man ſchützen. Die Sünde wuchert überall auf von ſelber und wirft ihren Gift⸗ und Todesſamen überall aus. Aber das Leben in der Furcht und Liebe Gottes, in Gerechtigkeit und Wahrheit, in Reinheit und Treue, in allem, was irgend eine Tugend iſt, ein Lob iſt, das kommt nicht von ſelber — das kommt von Gott, wie Luther dies im dritten Artikel ſo herrlich darlegt. Das will gepflegt ſein an alt und jung. Dazu gehört der gute Same, das Wort. Und ihn recht zu ſtreuen, das Wort recht auszuteilen, dazu bedarf man der Arbeiter, tüchtiger Arbeiter, treuer Arbeiter, die damit umzugehen wiſſen in Kirchen und Schulen, die es nicht leichtfertig treiben, die wirklich ernſtlich und gewiſſenhaft dem HErrn der Ernte dienen und ihn predigen. Und wahrlich, das iſt ein nötiger, aber auch geſegneter Dienſt! Dies Gottes⸗ wort, dies Evangelium, müſſen wir den Negern bringen, wenn ihnen wirklich geholfen werden ſoll. Zu Gottesdienſten müſſen ſie zuſammen⸗ gebracht, in Gemeinden müſſen ſie möglichſt früh geſammelt und in chriſtlichen Gemeindeſchulen müſſen ſie unterrichtet werden; und wahr⸗ lich, es iſt noch Raum genug und Arbeit genug unter den zehn Millionen Negern unſers Landes, zumal in unſern Südſtaaten. Da iſt Erbautes zu erhalten, Schwaches zu ſtärken, Neues zu beginnen — aber, wohl gemerkt! mehr Arbeiter müſſen wir haben! Woher aber ſollen wir Prediger und Lehrer bekommen? Bei Be⸗ antwortung dieſer Frage ſind wir in der Negermiſſion in den letzten