# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1906_S46 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 46 Verhandlungen der einundzwanzigſten Verſammlung die da ſagen: Wozu noch länger Negermiſſion treiben? Wir haben bereits 29 Jahre lang dies Werk getrieben, wenig ausgerichtet und viel, viel Geld ausgegeben, alſo laßt uns nun das Signal zum Rückzug blaſen! — wenn auch einzelne ſo ſprechen, ſo heißt es doch bei unſern wackeren, tapferen Chriſten überall in der Synodalkonferenz: „Dies Signal haben wir nicht!“ Eine andere Schwierigkeit (?) — ſo hört man vielfach ſagen — ſei die Beſchaffung des vielen Geldes, das nötig iſt, um die Neger⸗ miſſion zu treiben, zu erhalten und zu erweitern. Doch darauf möchten wir dies ſagen: Es iſt wahr, der Haushalt der Negermiſſion iſt groß und koſtſpielig; aber das iſt auch wahr, die vielen Chriſten der Synodalkonferenz von Nordamerika ſind wohl imſtande, die Koſten dieſes Haushalts zu beſtreiten. Das hat uns die Erfahrung der letzten zwei Jahre aufs neue gelehrt. Das Werk der Negermiſſion iſt auch in den letzten zwei Jahren reichlich unterſtützt worden, wie der Kaſſenbericht uns deutlich zeigt. “Keep it before the people!” ſo heißt es auch hier in der Negermiſſion, das heißt, jedesmal wenn unſerem Chriſtenvolk die Not und die Bedürfniſſe unſerer Miſſion dargelegt wurden, iſt auch die nötige Hilfe gekommen, und wir können bei dieſer Gelegenheit unſern herzlichen Dank auch nicht unausgeſprochen laſſen, den wir, nächſt Gott, den lutheriſchen Chriſten ſchuldig ſind für die große Opferwilligkeit und für die beſondere Wärme, mit welcher ſie durch ihre tatkräftige Unter⸗ ſtützung für die zum Teil tiefgeſunkenen ſchwarzen Fremdlinge und Gäſte eingetreten ſind. Dieſe bisherige reichliche Unterſtützung von ſeiten unſerer lieben Chriſten ſoll uns eine Bürgſchaft ſein, daß auch die künftige Unterſtützung nicht ausbleiben wird. Wenn wir den Kaſſenbericht fleißig durchleſen und Einnahmen und Ausgaben miteinander vergleichen, ſo geht daraus hervor, daß wir für den Unterhalt und für die Erweiterung der Negermiſſion die Liebe unſerer Chriſten nicht entbehren können. Auf dieſe opferwillige Liebe iſt von vornherein bei Gründung der Negermiſſion gerechnet worden, und, Gott Lob, nicht vergeblich, wie die Erfahrung der letzten 29 Jahre gelehrt hat. Die lieben Chriſten erſehen aus dem Kaſſenbericht noch ferner, welch reiches Maß von Arbeit ſich uns auftut, und welche weite und herrliche Gelegenheit ſich den Chriſten da bietet, auch in Zukunft hilfreich Hand zu reichen. Es iſt wahr, die beiden letzten Jahre haben beſonders große Geld⸗ opfer gefordert. Der gegenwärtige Kaſſenbericht teilt uns mit, daß einige Schulden gemacht worden ſind. Lieber wäre es uns allerdings geweſen, wenn wir einen Kaſſenbericht ohne Schulden hätten einreichen dürfen. Doch auch dieſe Schulden ſollen uns nicht abſchrecken, auch dieſe „Schwierigkeit“ (?) kann leicht überwunden werden. Bedenken wir wohl: viel, viel größer als dieſe Geldſchulden ſind unſere Liebesſchulden gegen Gott, der uns in der Negermiſſion ſo viel Elend vor die Füße gelegt hat, daß wir an ihm unſern Dank beweiſen ſollten. In dieſer Beziehung ſind allerdings manche unſerer lieben Chriſten im Rückſtande