# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1906_S45 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) der Ev.⸗Luth. Synodalkonferenz von Nordamerika. 1906. 45 nämlich daß ich täglich werde angelaufen und trage Sorge für alle Ge⸗ meinen.“ Hieraus können wir uns einen Begriff machen von den großen Schwierigkeiten und traurigen Erfahrungen, unter welchen die heiligen Apoſtel und die erſten chriſtlichen Gemeinden Miſſion getrieben haben. Wer will, wer kann alle dieſe Schwierigkeiten nennen? Große Schwierigkeiten in der Miſſion liegen oft in der Beſchaffen⸗ heit des Landes und der Leute. Denken wir an Deutſchland, als nach Gottes Vorſatz dort das Licht des Evangeliums angezündet werden ſollte! Rauh und unkultiviert war das Land, rauh und unkultiviert waren ſeine Bewohner. Die Gebirge und Ebenen deckte Wald, un⸗ durchdringlicher Wald, wo wilde Tiere hauſten, und in den Tälern, in den Niederungen breiteten ſich Sümpfe und Moräſte aus. Und wie waren die Bewohner beſchaffen? Jagd und Krieg waren ihre Haupt⸗ beſchäftigungen. War kein Krieg, ſo gaben ſie ſich dem Müßiggang hin, und die Folge war Trunk und Spiel. Es kam nicht ſelten vor, daß ſie ſich ſelbſt ſamt Weib und Kind verſpielten, das heißt, ſie wurden lieber mit den Ihrigen Sklaven, als daß ſie mit Trinken und Spielen zu rechter Zeit aufhörten. Und wie ſtand es mit ihrer Religion? Einen Himmel glaubten ſie; ſie nannten ihn Walhalla; dort, glaubten ſie, werde alle Tage Eberbraten gegeſſen und aus den Schädeln der er⸗ ſchlagenen Feinde Bier getrunken. An Göttern und Göttinnen hatten unſere heidniſchen Vorfahren eine große Zahl. Welch ein ſchwieriges Miſſionsfeld!. Aber trotz aller Schwierigkeiten kamen die Miſſionare, von Gott geſandt, zu den deutſchen Heiden, und ſiehe da, Gott ſegnete ihre Miſſionsarbeit. Auch in unſerer Negermiſſion gilt es, mit vielen Schwierigkeiten und Enttäuſchungen, mit allerlei traurigen Erfahrungen zu kämpfen. Alle unſere Miſſionsarbeiter können davon ein Liedlein ſingen, Schwie⸗ rigkeiten oft ſchon wegen der Beſchaffenheit des Landes — die Miſſio⸗ nare klagen oft über das Klima — und noch mehr Schwierigkeiten mit den ſchwarzen Bewohnern des Landes, den Negern. Aber trotz aller Schwierigkeiten laſſen ſich die Lutheraner dieſes Landes nicht abhalten, den Negern unſers Landes das Licht des Evangeliums zu bringen. Sie handeln nach dem Wort des Apoſtels: „Seid feſte, unbeweglich und nehmet immer zu in dem Werk des HErrn, ſintemal ihr wiſſet, daß eure Arbeit nicht vergeblich iſt in dem HErrn“, 1 Kor. 15, 58. Sie gleichen jenen tapfern Kriegern, von denen uns die Geſchichte folgendes erzählt: Es war einſt ein ſchottiſches Regiment in Spanien gefangen genommen worden. Da machte es Napoleon Freude, dies Regiment, das ſich bis zuletzt mit Löwenmut geſchlagen hatte, vor ſich kommen zu laſſen. Er ſagte zu den Trompetern: „Blaſt mir einmal alle eure Signale vor!“ Das geſchieht. Nun ſollten ſie auch „das Signal zum Rückzug“ blaſen. Da ſahen ſie ſich erſtaunt an und ſagten: „Das haben wir nicht!“ Geht es uns auch ſo in der Negermiſſion? Gott Lob, ja! Denn wenn auch hie und da einzelne Stimmen laut werden,