# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1906_S44 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 44 Verhandlungen der einundzwanzigſten Verſammlung ſeine Zeugen die großen Taten Gottes in mancherlei Sprachen verkün⸗ digten, bis herab auf den heutigen Tag iſt auch in der chriſtlichen Kirche Miſſion getrieben worden. Das Feuer, das in den Herzen der Jünger entzündet war, iſt hinausgeſprüht in alle Lande. „In alle Lande iſt ausgegangen ihr Schall und ihre Rede bis an der Welt Ende.“ In allen Zungen und Sprachen des Erdballs wird das Evangelium ge⸗ predigt, von allen Völkern ſind Menſchen in die Kirche Gottes herein⸗ gezogen worden und beugen nun ihre Kniee im Namen JEſu. Aber noch iſt der Befehl des HErrn nicht vollendet. Eine große Menge harrt noch der Botſchaft des Heils. Es iſt noch viel zu tun. Die Zeit eilt. Wir wiſſen nicht, wie nahe die Wiederkunft des HErrn iſt, aber es mehren ſich die Zeichen, die uns auf das Wort weiſen: „Es wird geprediget werden das Evangelium vom Reich in der ganzen Welt zu einem Zeugnis über alle Völker, und dann wird das Ende kommen.“ Die Wege zu der Heidenwelt ſind gebahnt, die Türen werden aufgetan. Der HErr treibt zu wirken, ſolange es Tag iſt. Die Chriſtenheit muß wuchern mit ihren Pfunden, ehe der HErr kommt. Und viele in der Chriſtenheit haben dieſe Forderung verſtanden. Immer mehr Boten werden ausgeſandt. Es wetteifern die Länder der Chriſtenheit und in ihnen die kirchlichen Gemeinſchaften, und ſoweit man des HErrn Namen kennt, verſteht man auch ſeinen Befehl, der keine Einſchränkung leidet und duldet, weiß man es, daß die ſchnellen Schiffe und die Eiſenbahnen und die Drähte der Telegraphen, die die Welt umſpannen, nicht nur für Kaufleute und weltliche Zwecke da ſind, ſondern daß der HErr ruft: „Gehet hin in alle Welt und prediget das Evangelium aller Kreatur!“ Aus dieſer Erkenntnis und dieſem Gehorſam iſt auch das Werk der Negermiſſion unſerer Evangeliſch⸗Lutheriſchen Synodalkon⸗ ferenz vor 29 Jahren hervorgegangen, das Werk, zu dem uns zu ſtärken und mit neuem Eifer zu erfüllen, wir heute hier verſammelt ſind. Miſſionsarbeit iſt ſchwierige Arbeit. In der Miſſion gibt es viele Schwierigkeiten und allerlei traurige Erfahrungen und Enttäuſchungen. Das iſt aber nicht erſt ſeit geſtern und ehegeſtern ſo geworden, ſondern das iſt von jeher in der Miſſion ſo geweſen. Dies haben ſchon die heiligen Apoſtel, die allererſten Miſſionare, reichlich erfahren. St. Paulus läßt uns dies wie in einem Bilde ſchauen, wenn er 2 Kor. 11, 23—28 alſo ſchreibt: „Ich habe gearbeitet, ich habe Schläge erlitten, ich bin oft gefangen, oft in Todesnöten geweſen. Von den Juden habe ich fünfmal empfangen vierzig Streiche weniger eins. Ich bin dreimal geſtäupet, einmal geſteinigt, dreimal habe ich Schiffbruch erlitten, Tag und Nacht habe ich zugebracht in der Tiefe (des Meeres). Ich habe oft gereiſet; ich bin in Fährlichkeit geweſen zu Waſſer, in Fähr⸗ lichkeit unter den Mördern, in Fährlichkeit unter den Juden, in Fähr⸗ lichkeit unter den Heiden, in Fährlichkeit in den Städten, in Fährlichkeit in der Wüſte, in Fährlichkeit auf dem Meer, in Fährlichkeit unter den falſchen Brüdern; in Mühe und Arbeit, in viel Wachen, in Hunger und Durſt, in viel Faſten, in Froſt und Blöße; ohne was ſich ſonſt zuträgt,