# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1906_S33 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) der Ev.⸗Luth. Synodalkonferenz von Nordamerika. 1906. 33 liſchet.“ — „Solcher Zerrüttung in der Kirche und alles Verderbens der Seelen, ſo darob geſchieht, ſind ſchuldig ſolche eigenſinnige, rot⸗ tiſche Köpfe, ſo da nicht bei der einträchtigen Lehre bleiben, noch die Einigkeit des Geiſtes halten, ſondern um ihres eigenen Dünkels, Ehre und Rachgier willen etwas Neues ſuchen und anrichten und alſo gar viel ſchrecklicher und unträglicher Verdammnis auf ſich laden, denn andere. . . . Darum ſollen Chriſten ſich hüten, daß ſie nicht auch Urſach geben zu Trennung oder Zwieſpalt und mit allem Fleiß und Sorgen, wie St. Paulus hie vermahnet, über der Einigkeit helfen halten. Denn es gehet auch nicht ſo leicht zu, daß man ſie erhalte. Es fallen auch unter den Chriſten für viel und mancherlei Urſachen, die ſie leichtlich zu Widerwillen, Zorn und Haß bewegen. So ſuchet der Teufel auch Urſachen, ſchüret und bläſet zu, wo er kann. Darum müſſen ſie zuſehen, daß ſie nicht Raum geben ſolcher Reizung, ſo der Teufel oder ihr eigen Fleiſch in ihnen treibet, ſondern dagegen ſtreiten, und alles tun und leiden, was ſie ſollen, es betreffe Ehre, Gut, Leib oder Leben, damit ſie, ſoviel an ihnen iſt, die Einigkeit der Lehre, Glaubens und Geiſtes nicht trennen laſſen.“ (Kirchen⸗ poſt. XVII. Sonnt. n. Trin. St. L. Ausg. XII, 897.) Die Ermahnung, die Einigkeit im Geiſte zu bewahren, ſteht in innigem Zuſammenhang mit der Hauptermahnung. Es heißt: „Wan⸗ delt würdiglich eurem Berufe, darinnen ihr berufen ſeid, in dem ihr euch befleißigt, die Einigkeit im Geiſte zu bewahren.“ Dies gehört alſo geradezu zu unſerm Chriſtenberufe. Man denke auch daran, daß Paulus jene andere Ermahnung: „Habt mit allen Menſchen Friede!“ durch den Zuſatz einſchränkt: „Iſt's möglich, ſoviel an euch iſt.“ Hier aber wird keine Einſchränkung gemacht; es ſollte nichts ſelbſtverſtänd⸗ licher ſein, als daß diejenigen, die in der Lehre einig ſind, durch das feſteſte Band der Liebe und des Friedens miteinander verbunden ſind. Wir können dem Chriſtentum keine größere Schande vor der Welt machen, als daß wir untereinander ſtreiten und an dem Bande des Friedens zerren und reißen. Wer ſich dieſer Sünde ſchuldig macht, wandelt nicht würdig dem Chriſtenberufe. In dieſer Verbindung wollen wir hinweiſen auf einige Beſtim⸗ mungen, die wir im Laufe der Jahre innerhalb der Synodalkonferenz getroffen haben, damit wir ja durch das Band des Friedens verbunden bleiben. Die Synodalkonferenz hat ſchon eine Geſchichte hinter ſich, ſie iſt nun ſchon über 25 Jahre alt, und wir waren von Anfang an darauf aus, dieſe Verbindung dazu zu benutzen, daß die Einigkeit im Geift erhalten und gefördert werde. Die Erfahrung lehrte uns, daß wir nach und nach einzelne Beſtimmungen treffen mußten, nach denen wir uns halten wollten, um Streit zu vermeiden. Wir haben uns offen geſagt und gegenwärtig gehalten, daß wir von Natur zu Zank und Streit, zum Beißen und Freſſen geneigt ſind, weil wir wiſſen, es wohnt in unſerm Fleiſche nichts Gutes. Deshalb heißt es im erſten Paragra⸗