# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1906_S25 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) der Ev.⸗Luth. Synodalkonferenz von Nordamerika. 1906. 25 Wort aus der Schrift treibt, wird dieſe Gefahr überwinden, die in den ſelbſtſüchtigen Regungen liegt. Der Hauptton liegt alſo auf Einig⸗ keit. Ein tüchtiger Menſch ſoll ſelbſtändig ſein in ſeinem Glauben und in der Lehre, aber in dieſer Tätigkeit fleißig ſein, die Einheit des Geiſtes zu bewahren. Die Union will gerade die Einigkeit bewahren, aber wie? Alle Union geht hervor aus äußeren Rückſichten, ſo in Deutſchland aus politiſchen Rückſichten, da die Kirche mit dem ſtaatlichen Leibe verquickt war durch das Konſiſtorium. Da erkannten die Leute, daß die Union für ſie bequemer wäre, und benutzten unſern Text, indem ſie in falſcher Weiſe das Gewicht auf das Wort Frieden legten, während doch dem Apoſtel die Einigkeit des Geiſtes die Hauptſache iſt. Bei den Unierten gilt der Grundſatz: Man ſoll nicht über Lehre disputieren, denn darauf kommt weniger an. Das heißt nichts anderes als: Jeder darf lehren, was er will, oder, wie man das früher einmal hier ausgedrückt hat: We agree to disagree. Da iſt es ſofort um die Wahrheit des Evan⸗ geliums geſchehen; dabei kann die Einigkeit in der Lehre nicht erhalten werden. Dabei kann es nicht geſchehen, daß der Heilige Geiſt den Glauben wirkt und durch ihn die Einheit des Geiſtes wirkt. So bedingen ſich Reinheit der Lehre und Einigkeit des Geiſtes gegenſeitig. Sie werden auch in der Augsburgiſchen Konfeſſion aus⸗ geſprochen, indem ſie ſagt, daß wir nicht nur auf reine Lehre halten müſſen, ſondern auch einträchtiglich lehren nach Gottes Wort. Aus der Beſprechung. Das Zentrum der Einigkeit im Geiſte iſt das, was die Einigkeit ſchafft, was auch wiederum von den Chriſten durch die Kraft des Hei⸗ ligen Geiſtes bewahrt werden ſoll: die Lehre! Die Lehre, die in der Kirche geführt wird, das, was die einzelnen Glieder der Kirche glauben, ſoll eine Einheit ſein. Luther hat dieſen Gedanken unter den verſchiedenſten Bildern ausgeführt. So ſagt er: Im Hauſe hat der Hausvater das Wort; was er ſagt, gilt in der Familie. Im Staate hat der Obere das Wort; da gilt, was der Kaiſer, der König (die Legislatur!) ſagt. Mit der chriſtlichen Kirche hat es eine ganz eigen⸗ tümliche Bewandtnis; ſie iſt einzig und allein Gottes Haus und Ge⸗ bäude. Wer daher in der Kirche etwas anderes laut werden läßt als Gottes Wort, der ſtößt von vornherein die Grundmauer dieſes Gebäudes zu Boden, der treibt Anarchismus, der treibt dadurch alles auseinander. Jede Einigkeit in der chriſtlichen Kirche, die nicht zugleich Einigkeit in der Lehre iſt, iſt nicht Einigkeit im Geiſte, nicht Einigkeit im chriſtlichen Sinne, ſondern eine Karikatur. Deshalb geht durch die ganze Heilige Schrift die Meinung, daß im Hauſe Gottes, in der chriſtlichen Kirche, nur Gottes Wort reden ſoll. „So jemand redet, daß er's rede als Gottes Wort.“ Schon im Alten Teſtament wird es als etwas ganz Ungehöri⸗ ges, Unſinniges hingeſtellt, wenn in der Kirche Gottes etwas anderes geredet wird als Gottes Wort. So fragt Jeremia (23, 28): „Wie