# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1906_S23 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) der Ev.⸗Luth. Synodalkonferenz von Nordamerika. 1906. 23 allein durch das Evangelium die Einheit im Geiſte erzeugt wird. Dazu muß aber das Evangelium recht gepredigt werden. Wo es verdunkelt oder durch Menſchenlehren verderbt wird, kann der Heilige Geiſt nicht dadurch wirken, und ſo wird da die Einigkeit im Geiſte nicht hergeſtellt. Hieraus folgt nun wiederum: Wenn Leute in einer Kirche zuſam⸗ menſtehen und der Forderung des Evangeliums von der Einigkeit im Geiſte nachkommen wollen, müſſen ſie auch einträchtig lehren nach Gottes Wort. Deshalb ſagen wir: Die Einigkeit im Geiſte zu wahren, ſoll uns be⸗ wegen ihre praktiſche Bedeutung im Leben der Chri⸗ ſten auf Erden. 1. Einheit des Geiſtes und Reinheit der Lehre bedingen ſich gegenſeitig und ebenſo 2.Ein⸗ heit des Geiſtes und Reinheit des Wandels. Der Apoſtel ermahnt die Chriſten, die Einigkeit im Geiſte auch zu dem Zwecke zu bewahren, damit ſie in der reinen Lehre bleiben. Das ergibt ſich aus dem weiteren Verlauf von Eph. 4. Er ſagt gleich V. 7: „Einem jeglichen unter uns iſt gegeben die Gnade nach dem Maß der Gabe Chriſti“, und nachdem er dann an einem Spruch des Alten Teſta⸗ mentes nachgewieſen hat, daß Chriſtus dieſe Gaben erworben hat, fährt er V. 11 fort: „Er hat etliche zu Apoſteln geſetzt, etliche aber zu Pro⸗ pheten, etliche zu Evangeliſten, etliche zu Hirten und Lehrern, daß die Heiligen zugerichtet werden zum Werk des Amts, dadurch der Leib Chriſti erbauet werde, bis daß wir alle hinankommen zu einerlei Glau⸗ ben und Erkenntnis des Sohnes Gottes und ein vollkommener Mann werden, der da ſei in der Maße des vollkommenen Alters Chriſti, auf daß wir nicht mehr Kinder ſeien und uns wägen und wiegen laſſen von allerlei Wind der Lehre, durch Schalkheit der Menſchen und Täuſcherei, damit ſie uns erſchleichen zu verführen. Laſſet uns aber rechtſchaffen ſein in der Liebe und wachſen in allen Stücken an den, der das Haupt iſt, Chriſtus, aus welchem der ganze Leib zuſammengefüget und ein Glied am andern hanget durch alle Gelenke, dadurch eines dem andern Handreichung tut, nach dem Werk eines jeglichen Gliedes in ſeiner Maße, und machet, daß der Leib wächſet zu ſeiner ſelbſt Beſſerung, und das alles in der Liebe.“ Der Zuſammenhang ſcheint mir dieſer zu ſein: Die Einigkeit im Geiſte ſollen wir bewahren, um in der Reinheit der Lehre feſt zu bleiben und durch die reine Lehre immer feſter an den HErrn JEſum heranzuwachſen und ſo ein vollkommener Mann zu werden. Auf die Praxis können wir das ſo anwenden: Wenn von Einigkeit des Geiſtes bei den vielen Gliedern der Kirche die Rede iſt, ſo erhebt ſich bei unſern beſchränkten Verhältniſſen auf Erden ſofort die Frage: Wie können alle dieſe Perſönlichkeiten eins ſein und eins bleiben? Nach dem alten Adam iſt es natürlich, daß wir in ebenſo viele Verſchiedenheiten auseinandergehen, als wir Perſönlichkeiten ſind. Deshalb kommt Paulus oft, auch im Römer⸗ und Korintherbriefe, auf dieſes Bild vom Leibe und macht darauf aufmerkſam, daß in dem einen Leibe viele Glieder ſind, die doch alle einmütig mit⸗ und für⸗