# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1906_S22 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 22 Verhandlungen der einundzwanzigſten Verſammlung er in ihnen den Glauben an das Evangelium wirkt, nämlich den Glau⸗ ben an die Vergebung der Sünden, die Chriſtus erworben hat. Das iſt das Erſte, das Urſprüngliche. Luther drückt das etwa ſo aus: Der Artikel von der Rechtfertigung iſt es, der allein die Kirche macht und ihre Einheit herſtellt, und ſonſt nichts. Die Menſchen ſind nach dem Sündenfalle ferne von Gott und haben mancherlei Verſuche gemacht, zu Gott zurückzukehren. Alle heidniſchen Religionen ſind ſolche Ver⸗ ſuche, und ſie liegen alle auf der einen Linie des Geſetzes. Alle Heiden wollen durch eigene Werke Gottes Gnade verdienen und ſo in den von ihnen erdachten Himmel kommen. Aber alle dieſe Verſuche ſind ver⸗ geblich. Die Heiden bleiben ferne von Gott; die mit des Geſetzes Wer⸗ ken umgehen, ſind unter dem Fluch. Das Chriſtentum offenbart uns aber einen andern Weg. Es ſagt, wir Menſchen ſollen gar nicht zu Gott kommen, ſondern nach ſeiner wunderbaren, ewigen Veranſtaltung kommt er zu uns durch ſeinen Sohn, und dieſer erwirbt für alle Men⸗ ſchen die Gnade. Nun tritt Gott uns entgegen mit ſeinem Gnaden⸗ bunde, daß alle Menſchen verſöhnt ſind. So wird die Verbindung zwiſchen Gott und den Menſchen einzig und allein dadurch hergeſtellt, daß die Menſchen dieſe Botſchaft von ihrer Verſöhnung mit Gott glauben. Deshalb iſt der Glaube an das Evangelium das Element, welches die chriſtliche Kirche konſtituiert. Hierauf folgt dann erſt be⸗ grifflich und ſachlich die Liebe und die Hoffnung. Die wirkt auch der Heilige Geiſt allein, aber nur in denen, die das Evangelium glauben. Luther ſagt: Alles, was dieſen Glauben nicht hat: Ich glaube Ver⸗ gebung der Sünden um Chriſti willen, iſt entweder ein Jude oder ein Türke oder ein Papiſt. Alle aber, die der chriſtlichen Kirche eingeleibt ſind, ſind es durch den Glauben, daß ſie ohne Werke und ohne ihre Liebe Vergebung der Sünden haben. Der Referent. Die eine Kirche Gottes iſt die Gemeinſchaft der Heiligen, aller wahrhaft Gläubigen, die ſich im Glauben auf JEſum Chriſtum gründen. Dies ſehen wir nicht hier auf der Erde. In der Welt, beſonders in unſerer Zeit, ſind die Chriſten zerſtreut in den verſchiedenen Kirchen⸗ gemeinſchaften, und nicht nur in ſolchen, die zuſammengehören, ſondern auch in denen, mit denen wir nicht in der Lehre einig ſind, wo aber noch das Evangelium gepredigt und durch dieſe Predigt der wahre Glaube gewirkt wird. Das gehört mit zu der unvollkommenen Geſtalt der Kirche auf Erden. Auch da, wo die Chriſten in der Lehre einig ſind, ſtellt ſich äußerlich mancherlei Unvollkommenheit ein in Glauben, Hoffnung und Liebe, die dahin führen könnte, daß auch die Einigkeit im Geiſte geſtört würde. Wir ſtehen nun aber ſo, daß wir auch von einer wahren ſichtbaren Kirche auf Erden reden und ſie da mit Gewiß⸗ heit ſuchen, wo das Wort Gottes lauter und rein gepredigt wird, und wo die Chriſten einträchtig nach Gottes Wort lehren und die Sakra⸗ mente nach Gottes Wort verwalten. Das geht daraus hervor, daß