# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1906_S21 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) der Ev.⸗Luth. Synodalkonferenz von Nordamerika. 1906. 21 welchen (Chriſtum) wir auch zum Erbteil kommen ſind, die wir zuvor verordnet ſind nach dem Vorſatz des, der alle Dinge wirket nach dem Rat ſeines Willens“. Es iſt alſo die Folge des göttlichen Ratſchluſſes, daß die Juden zu dem Erbteile gekommen ſind, die das Charakteriſtiſche haben, daß ſie zuvor auf Chriſtum hofften. Und da wir ſchon gehört haben, daß die Kirche, die er durch den Geiſt in der Zeit herſtellen läßt, die eine Kirche iſt, ſo liegt auch dies darin, daß das von Gott ver⸗ ordnet iſt und in der Zeit nach ſeiner Verordnung ausgeführt wird. Dann ſagt er weiter von den Heidenchriſten (V. 13): „durch welchen (Chriſtum) auch ihr gehöret habt das Wort der Wahrheit, nämlich das Evangelium von eurer Seligkeit; durch welchen ihr auch, da ihr glau⸗ betet, verſiegelt worden ſeid mit dem Heiligen Geiſte der Verheißung“. Es wird alſo durch den Heiligen Geiſt dasſelbe Werk mittels der Pre⸗ digt des Evangeliums auch an den Heiden ausgeführt. Der Ausdruck „verſiegelt mit dem Geiſte der Verheißung“ heißt: verſiegelt mit dem Geiſte, der verheißen iſt. Er deutet da auf die Joelſtelle: „In den letzten Tagen will ich ausgießen von meinem Geiſt auf alles Fleiſch“ ꝛc. Auch darin liegt nicht nur, daß der Heilige Geiſt die eine Gemeinde herſtellt, ſondern daß das gemäß der Verheißung nach Gottes Verord⸗ nung geſchieht. Den zweiten Gedanken, daß JEſus die Einigkeit hergeſtellt hat, haben wir ſchon mehrere Male berührt. Er iſt ausgeſprochen im zweiten Kapitel, wo JEſus „unſer Friede“ genannt wird, der die Scheidewand abgetan hat. Dazu kommt dann im dritten Kapitel die Ausführung, daß die chriſtliche Gemeinde nun auf Erden durch die Predigt des Evan⸗ geliums vom Heiligen Geiſte wirklich hergeſtellt worden iſt; es heißt da V. 2—5: „Ihr habt gehöret . . ., daß mir iſt kund worden dieſes Geheimnis . . ., welches nicht kundgetan iſt in den vorigen Zeiten den Menſchenkindern, als es nun offenbart iſt ſeinen heiligen Apoſteln und Propheten durch den Geiſt.“ Dieſen Gedanken führt er dann im Ver⸗ lauf des Kapitels weiter aus. Hieraus ergibt ſich als Lehre des Apoſtels über die Einheit im Geiſte, daß ſie von Gott verordnet, von Chriſto durch ſein Blut herge⸗ ſtellt und vom Heiligen Geiſte ausgeführt iſt. Und dies iſt der Grund, warum wir die Einigkeit im Geiſte als ein hohes Gut bewahren ſollen. Aus der Beſprechung. Hier kann man fragen: In welchem Verhältniſſe ſtehen Glaube, Liebe und Hoffnung zueinander? Der Heilige Geiſt führt die Einigkeit im Geiſte aus: er wirkt und erhält den Glauben, die Liebe und die Hoffnung. Nun müſſen wir feſthalten, daß dies in einer ganz be⸗ ſtimmten Ordnung geſchieht; wir dürfen z. B. nicht ſagen: Er wirkt erſt Liebe oder Hoffnung und dann den Glauben. Wir müſſen eine beſtimmte Reihenfolge feſthalten, wenn wir feſthalten wollen, daß die Einigkeit im Geiſt durch das eine Evangelium ausgeführt wird. Der Heilige Geiſt ſtellt die Einigkeit unter den Chriſten dadurch her, daß