# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1906_S20 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 20 Verhandlungen der einundzwanzigſten Verſammlung darunter verſtehen, nämlich entweder eine Einheit der äußeren Orga⸗ niſation oder eine Einigkeit in den Zeremonien u. dgl., ſondern es iſt eine geiſtliche Einigkeit, eine Einheit, wie die Apologie es nennt, der inwendigen Güter im Herzen, des Glaubens, der Furcht und Liebe Gottes. Der Apoſtel ermahnt uns, dieſe Einheit zu wahren, und daher erhebt ſich nun für uns die Frage: Was ſoll uns bewegen, die Einigkeit im Geiſt zu bewahren? Zweimal redet der HErr mit beſonderem Nachdruck von der Ein⸗ heit ſeiner Kirche. Joh. 10, 16 ſagt er: „Ich habe noch andere Schafe, die ſind nicht aus dieſem Stalle, und dieſelbigen muß ich herführen, und wird eine Herde und ein Hirte werden.“ Da redet der HErr von der Kirche des Neuen Teſtaments im Gegenſatz zur Stellung der Juden, die ſich von den Heiden abgeſondert hielten, ſich für beſſer achteten als die Heiden und nicht verſtehen konnten, wie auch andere ſelig werden könnten, die nicht erſt Juden geworden ſeien. Der Herr redet offenbar im Sinne der altteſtamentlichen Propheten; denn das iſt ein Gedanke, der durch die ganze Weisſagung geht, von Obadja bis Maleachi. Der HErr gebraucht hier das Bild von der Herde und ihrem Hirten, gerade wie Paulus das Bild des Leibes zu demſelben Zwecke gebraucht. Im hohenprieſterlichen Gebete redet JEſus nochmals von der Einheit ſeiner Kirche und läßt uns erkennen, welche Bedeutung er dieſer Einheit bei⸗ legt, indem er ſagt (Joh. 17, 20. 21): „Ich bitte nicht alleine für ſie, ſondern auch für die, ſo durch ihr Wort an mich glauben werden, auf daß ſie alle eines ſeien, gleichwie du, Vater, in mir und ich in dir, daß auch ſie eines ſeien, auf daß die Welt glaube, du habeſt mich geſandt.“ Hieraus ergibt ſich, daß die Einheit, die Einigkeit im Geiſte, eine ſelbſtverſtändliche Eigenſchaft der chriſtlichen Kirche iſt. Sie beruht auf der einen Wahrheit des Evangeliums, durch welche ſie erzeugt wird. Sie beruht auf der Einigkeit im Worte. So redet nun auch der Apoſtel im Epheſerbriefe von der Einigkeit im Geiſte, indem er die drei Punkte der Theſe ausführt: Die Einigkeit im Geiſte ſoll bewahrt werden, weil ſie 1. von Gott verordnet, 2. von Chriſto her⸗ geſtellt und 3. vom Heiligen Geiſte durchs Evange⸗ lium unter den Menſchen ausgeführt worden iſt. Wo der Apoſtel im erſten Kapitel den Gedanken ausſpricht, daß alle Dinge in Chriſto zuſammengefaßt ſind, ſpielt auch ſchon der Ge⸗ danke von der einen Gemeinde mit herein. Die Worte lauten (V. 9. 10): „Er hat uns wiſſen laſſen das Geheimnis ſeines Willens nach ſeinem Wohlgefallen, und hat dasſelbige hervorgebracht durch ihn, daß es geprediget würde, da die Zeit erfüllet war, auf daß alle Dinge zuſammenverfaſſet würden in Chriſto.“ Hiermit deutet er direkt dar⸗ auf hin, daß Gott alle Dinge im Himmel und auf Erden, auch im Macht⸗ reiche, ſo leitet und führt, daß ſein Wille in bezug auf die Gemeinde des Neuen Teſtamentes ausgeführt wird. Dann ſpricht er weiter von den beiden Teilen, aus denen die ſpätere Gemeinde zuſammengeſetzt iſt, den Juden und den Heiden. Von den Juden ſagt er V. 11: „durch