# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1906_S16 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 16 Verhandlungen der einundzwanzigſten Verſammlung über uns, durch uns und in uns iſt. Es iſt dies eine kurze Beſchreibung des Chriſten nach ſeinen höchſten Privilegien; er ſteht in Gemeinſchaft mit den drei höchſten Perſonen. Selbſtverſtändlich iſt es dann wieder der Glaube, durch den wir in Beziehung zu dieſem dreieinigen Gotte ſtehen. Ein ſtärkeres Band gibt es nicht, als wenn der dreieinige Gott ſelber uns umſchließt. Daß eine „gewiſſe Wärme“ in dem Ausdrucke „HErr“ liegt, kommt daher, daß dieſer HErr nach der Schrift eine ganz eigentümliche Stellung zu allen Menſchen einnimmt und inſonderheit zu denen, die ihm ange⸗ hören. Paulus ſagt (1 Kor. 8, 5. 6): „Wiewohl ſind, die Götter genannt werden, es ſei im Himmel oder auf Erden (ſintemal es ſind viele Götter und viele Herren), ſo haben wir doch nur einen Gott, den Vater, von welchem alle Dinge ſind und wir zu ihm, und einen HErrn, JEſum Chriſtum, durch welchen alle Dinge ſind und wir durch ihn.“ In dieſer Gegenüberſtellung finden wir einen Hinweis auf die Eigenart dieſes HErrn. Wie ſteht es mit den Herren, die der Jude oder der Heide anerkennt? Dieſe Herren geben den Menſchen Gebote, Vorſchriften, und ſagen ihnen, wenn ſie dieſen Vorſchriften nachkommen, ſollen ſie auf Grund ihrer Werke einen Lohn empfangen und wegen der Werke ſelig werden. Aber dieſer eine HErr, JEſus Chriſtus, hat die Sache ganz anders angefaßt. Er iſt nicht hier in der Welt erſchienen, um den Menſchen Geſetze zu geben, oder um ihnen eine Anweiſung zukommen zu laſſen, wie ſie durch eigene Bemühungen zu Gott kommen ſollen, ſondern dieſer HErr hat alle Verpflichtungen, die die Menſchen Gott gegenüber haben, auf ſich ge⸗ nommen, hat an aller Menſchen Stelle das Geſetz erfüllt und ſein Blut vergoſſen und ſo Frieden gemacht. Weil nun dieſer HErr ein ſo einzig⸗ artiger HErr iſt, ſtehen die Chriſten zu ihm auch in einem ganz einzig⸗ artigen Verhältniſſe. Dieſer HErr iſt eben ihr Heiland. Das engliſche Wort Lord beſonders klingt ja geſetzlich und wird auch von den Sekten vielfach in geſetzlichem Sinne von unſerm HErrn gebraucht. Aber auch wenn wir dieſes Wort gebrauchen, ſollen wir uns gegenwärtig halten, daß damit bezeichnet wird dieſer eine HErr und Heiland, der ſich von allen andern Herren dadurch unterſcheidet, daß er die Sache der Men⸗ ſchen in ſeiner Perſon durchgeführt hat und ihnen nun mit der Botſchaft entgegentritt: Hier habt ihr Gnade und Zugang zu Gott. Weil es nun nur einen HErrn gibt, gibt es nuch nur einen Glauben. Es iſt in keinem andern Heil, iſt auch kein anderer Name den Menſchen gegeben, darinnen ſie ſollen ſelig werden. Die Chriſten mögen nun im Äußeren ſo verſchieden ſein, wie ſie wollen: ſie mögen in Auſtralien oder Amerika wohnen, ſie mögen weiß oder rot, gebildet oder ungebildet ſein — wenn ſie Chriſten ſind, haben ſie einen Glau⸗ ben, nämlich den einen Glauben an den einen HErrn, der ihre Sache bei Gott gutgemacht hat. Es iſt darauf hingewieſen worden, daß manche Ausleger unter dem einen Glauben den Glauben verſtehen, welcher geglaubt wird,