# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1906_S15 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) der Ev.⸗Luth. Synodalkonferenz von Nordamerika. 1906. 15 nur ſetzen die Dinge, die Gott uns gegeben hat, den Glauben voraus, daß wir dadurch ihrer teilhaftig werden, ſondern ſie wirken auch den Glauben. Dadurch, daß uns die Hoffnung unſers Berufes vorgehalten wird, wird der Glaube gewirkt, durch den wir in das Kindesverhältnis zu Gott, unſerm Vater, treten. Paulus nennt weiter die „eine Taufe“, um auf das ſakrament⸗ liche Mittel aufmerkſam zu machen, durch das die Menſchen in die chriſtliche Kirche eingeleibt werden. Auch hier leuchtet der Gedanke hervor: Die Chriſten ſtehen zu Gott und ihrem Heilande im Verhältniſſe der ehrfürchtigen Liebe. Laut des vierten Teiles im Hauptſtück von der Taufe hat ſie die Bedeutung, daß wir den alten Adam in uns er⸗ töten und täglich auferſtehen ſollen. So weiſt ſie auf den neuen Ge⸗ horſam hin. Der Taufakt war in der erſten chriſtlichen Kirche ein Bekenntnisakt, da die Täuflinge zuerſt ihr Bekenntnis ablegen mußten, ehe ſie auf den Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geiſtes getauft wurden. Darin liegt das Vertrauen, daß man ſich zum HErrn bekennt und ihm Treue ſchwört. Nun ſteigt der Apoſtel ſchließlich zu der Klimax empor, indem er ſagt: „Ein Gott und Vater unſer aller, der da iſt über euch alle und durch euch alle und in euch allen.“ Das iſt ein umfaſſender Gedanke. Gott waltet über euch alle, über der ganzen Gemeinde; er waltet durch euch alle, durch die Gemeinde hindurch; er waltet in euch allen, in jedem einzelnen Gliede. Das Ganze ſoll wieder ausdrücken, daß Gott unſer Ein und Alles iſt. Und weil das der Fall iſt, fordert der Apoſtel, daß wir die Einigkeit im Geiſte bewahren. Aus der Beſprechung. Der Referent hat ſehr richtig die häufig beliebte Beziehung der drei letzten Punkte auf den dreieinigen Gott unerwähnt gelaſſen, denn dieſe Beziehung iſt erzwungen. Aber es liegt im ganzen Zuſammen⸗ hange eine Beziehung auf den dreieinigen Gott, und manche ältere und neuere Ausleger weiſen mit Recht darauf hin. Man gewinnt immer wieder den Eindruck, daß die drei Perſonen der Gottheit eigentlich der leitende Faden in dieſen Verſen ſind, nämlich ſo: Es iſt ein Leib, die heilige chriſtliche Kirche; deren Seele iſt der eine Geiſt, der Hei⸗ lige Geiſt. Der richtet auch unſere Gedanken auf das himmliſche Erbe, die Hoffnung unſers Berufes. Dementſprechend wird im zweiten Gliede wieder eine Perſon genannt: ein HErr (JEſus), an den wir glauben, und ebenſo im dritten Gliede: ein Gott, der Vater unſer aller. Alſo wie im zweiten Gliede dieſe Perſon, „ein HErr“, den Nachdruck hat, ſo im erſten Gliede der eine Geiſt und im dritten der eine Gott und Vater. Was die Chriſten zu Chriſten macht, ihr Beſitz, das ſind, wie hier recht deutlich hervortritt, die objektiven Dinge und Güter. Hier werden nun nicht nur Güter genannt, ſondern Perſonen: Geiſt, HErr, Vater; ihr Beſitz macht uns zu Chriſten. Wir haben den Geiſt Gottes, ſtehen mit Chriſto in Verbindung und haben Gott, der