# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1906_S13 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) der Ev.⸗Luth. Synodalkonferenz von Nordamerika. 1906. 13 führet wurde, da die Zeit erfüllet war, auf daß alle Dinge zuſammen⸗ gefaſſet würden in Chriſto.“ Es iſt ein eigentümlich erhabener Aus⸗ druck, daß alle Dinge in Chriſto zuſammengefaßt ſind, ein Ausdruck, den wir gar nicht auf einmal vollſtändig entfalten können; ja wenn man ihn auszudenken ſucht, kommt man nicht zu Ende. Kurz geſagt, iſt es etwa derſelbe Gedanke, den Paulus im Römerbriefe am Ende des elften Kapitels von Gott dem Vater ausſpricht, wo er darauf verzichtet, die Wege und Gerichte Gottes zu verſtehen, und hinzufügt: „Denn von ihm und durch ihn und zu ihm ſind alle Dinge.“ So wird hier von Chriſto geſagt, daß er für die ganze Welt das Ein und Alles, Anfang, Mittel und Ende, Urſprung, Zweck und Ziel iſt. In Hinſicht auf die Gemeinde ſpricht der Apoſtel dies dann noch beſonders aus (Eph. 1, 22 f.): „Gott hat ihn geſetzt zum Haupt der Gemeine über alles.“ Wir haben oben ſchon geſagt, daß JEſus hier dargeſtellt wird als der⸗ jenige, deſſen Geiſt die ganze Gemeinde durchdringt, und der ihr das Leben gibt; aber in dem Worte „Haupt“ liegt zugleich, daß er der HErr der Gemeinde iſt, eben in dem Sinne, wie die Gläubigen dieſen Ausdruck von Chriſto gebrauchen. Wir Chriſten ſtehen zu JEſu und zu Gott wie Kinder zu ihrem Vater. Es iſt ein Ausdruck, der das herzliche, kindliche Vertrauen der Chriſten ausſpricht; das erklärt Pau⸗ lus ausdrücklich (Kap. 3, 12) mit den Worten: „Welche er bewieſen hat in Chriſto JEſu, unſerm HErrn, durch welchen wir haben Freudig⸗ keit und Zugang in aller Zuverſicht durch den Glauben an ihn.“ Sonſt wird von dem HErrn JEſu wohl auch geredet als von unſerm Bruder (ſo im Hebräerbriefe), und wir reden von ihm als von unſerm Freunde. Hier aber gebraucht Paulus das Wort HErr und zeigt, daß es für den Chriſten im Gegenſatz zu dem geſetzlichen Juden und dem Heiden charak⸗ teriſtiſch iſt, ſich mit aller Zuverſicht, mit allem Zutrauen dieſem HErrn zu nahen. Die Ehrfurcht gründet ſich auf den Glauben. Das ſieht man dar⸗ aus, daß er nun zuerſt genannt wird. über den Glauben iſt oben ſchon geredet worden; hier wäre etwa noch folgendes zu ſagen: Wo der Apoſtel im Epheſerbriefe zum erſten Male auf den Glauben zu ſprechen kommt, kennzeichnet er ihn ſofort als das Charakteriſtiſche ſo⸗ wohl der Juden, die zum Erbteile gekommen ſind, als auch der be⸗ kehrten Heiden. Nachdem er geſagt hatte, daß in Chriſto alles zuſam⸗ mengefaßt iſt, fährt er fort (Kap. 1, 11): „Durch welchen wir auch zum Erbteil kommen ſind, die wir zuvor verordnet ſind nach dem Vor⸗ ſatze des, der alle Dinge wirket nach dem Rate ſeines Willens, auf daß wir etwas ſeien zu Lob ſeiner Herrlichkeit, die wir zuvor auf Chriſtum hoffen.“ Damit kennzeichnet er die Gläubigen im Alten Teſtamente als ſolche Leute, die durch den Glauben auf Chriſtum hofften. Dann fährt er fort: „Durch welchen auch ihr gehöret habt das Wort der Wahrheit, das Evangelium von eurer Seligkeit; durch welchen ihr auch, da ihr glaubtet, verſiegelt worden ſeid mit dem Heiligen Geiſt der Ver⸗