# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1906_S11 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) der Ev.⸗Luth. Synodalkonferenz von Nordamerika. 1906. 11 Evangelium von der einen Hoffnung, die euch vorbehalten iſt, ge⸗ predigt wird, wirkt der Heilige Geiſt in euch den einen Geiſt, der in dem einen Leibe waltet.“ Wenn wir dies feſthalten, erkennen wir als das Charakteriſtiſche an einem Chriſten eben dieſe zwei Dinge: Glauben und Hoffnung. Im Gegenſatz zu der außerchriſtlichen Welt, wie auch im Gegenſatz dazu, daß man vornehmlich nach Wiſſen ſtrebt und dem Willen nach von geſetzlicher Art iſt und mit ſeinen Werken etwas verdienen will, iſt es das Charakteriſtiſche am Chriſten, daß er glaubt und ſeine Hoffnung auf etwas außer ſich ſetzt, nämlich auf den HErrn JEſum. Dieſen Gedanken führt der Apoſtel in den drei Kapi⸗ teln dadurch aus, daß er von den Segnungen immer wieder ſagt, ſie ſeien in Chriſto. Alles läuft darauf hinaus, daß für uns der HErr JEſus Chriſtus allein exiſtiert, wenn von Hoffnung die Rede iſt. Dazu kommt der andere Gedanke, daß der Chriſt nicht an dem äußerlichen Leben auf Erden klebt; ſein Wandel iſt im Himmel, er ſtrebt in die Zukunft, ſchaut aus nach der Seligkeit. — Hier iſt noch hinzuweiſen auf Phil. 3, 1—15, wo Paulus eben dieſe Gedanken erſchöpfend ausführt. Aus der Beſprechung. Das, wodurch die Einigkeit im Geiſte geſetzt wird, iſt die Gemein⸗ ſchaft am Evangelium. Solange die Menſchen durch das Geſetz ſelig werden wollen, geht alles in alle Winde auseinander. Da findet der eine dieſen Vorzug an ſich, der andere einen andern; jeder macht ſeinen Vorzug geltend. So entſteht denn der Krieg aller gegen alle. Das wird anders, ſobald das wunderbare Geheimnis der Ewigkeit, das Evangelium, an die Menſchen herantritt. Auf dem Wege des Geſetzes, der Werke, der eigenen Vorzüge gewinnt niemand etwas vor Gott; wer ſelig werden will, muß es werden ohne Geſetzeswerke, ohne Geſetz, durch die Gnade, die Chriſtus erworben hat und die das Evangelium anbietet. Da wird der trennende Zaun gründlich niedergelegt. Es gibt rein gar nichts in der ganzen Welt, was die Menſchen geiſtlicherweiſe einig machen kann, als das Evangelium. Wenn dies in den Menſchen kräftig geworden iſt, treten ſie eo ipso ein in die Einigkeit im Geiſte. Deshalb wird uns auch in der Apoſtelgeſchichte das Wachstum der Kirche mit den Worten beſchrieben: „Es wurden hinzugetan, die da glaubeten an den HErrn.“ Daraus ergibt ſich ſofort die Hoffnung. Wer immer zur Gemeinſchaft am Evangelium gekommen iſt, dem iſt der Blick vornehmlich nur noch auf eins gerichtet, auf die ewige Selig⸗ keit, die ihm angeboten wird. Es iſt charakteriſtiſch für die Heiden, daß ſie keine Hoffnung haben; das Charakteriſtiſche an den Chriſten dagegen iſt, daß ſie ſich einer Hoffnung rühmen können. Auch der ſchwächſte Glaube hat den ganzen Chriſtus und darum die Hoffnung des ewigen Lebens. Sie mag durch die Anfechtung verdeckt werden, aber wie ſich bei jedem Chriſten der Glaube findet, ſo findet ſich bei ihm auch die Hoffnung.