# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1906_S10 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 10 Verhandlungen der einundzwanzigſten Verſammlung iſt die Gemeinde, die chriſtliche Kirche, gemacht. Wenn der Apoſtel ſagt: einen neuen Menſchen, ſo ſteht das zunächſt im Gegenſatz dazu, daß es vorher zwei geweſen ſind. Wenn er aber dieſen neuen Menſchen, die Kirche, des HErrn JEſu Leib nennt, wie 1, 23, dann iſt es natür⸗ lich, daß es nur einen ſolchen Leib geben kann, da JEſus das Haupt iſt; und eben das ſpricht er an unſerer Stelle, 4, 4, aus. Paulus ſagt weiter: „ein Geiſt“. Auch hier iſt nicht die dritte Perſon der Gottheit gemeint, ſondern der Geiſt, die Geſinnung der Chriſten. So ſtimmt es am beſten mit dem folgenden: „wie ihr auch berufen ſeid auf einerlei Hoffnung eures Berufs“. Die Einheit des Leibes und des Geiſtes erklärt ſich aus der Einerleiheit ihres Berufs. Mit den Worten „Hoffnung eures Berufs“ betont er den Inhalt ihres Geiſtes, ihrer Geſinnung. Er hatte im erſten Kapitel ſein Gebet mit dieſem Gedanken angefangen, als er ſagte: „Gott gebe euch den Geiſt der Weisheit und der Offenbarung zu ſeiner ſelbſt Erkenntnis und erleuchtete Augen eures Verſtändniſſes, daß ihr erkennen möget die Hoffnung eures Berufs“, V. 17. 18, und fängt dann im vierten Kapitel gleich damit an: „Wandelt würdiglich eurem Berufe, darinnen ihr be⸗ rufen ſeid.“ Wir erwarten, daß er ſchon in den erſten drei Kapiteln von dieſer Hoffnung unſers Berufs geredet haben werde. Die Berufung iſt, daß der Heilige Geiſt durch das Evangelium die Menſchen zu Chriſto ruft, und das geſchieht in der Kirche. Darin liegt aber erſtens, daß es ein Leib und ein Geiſt ſein muß, und daß wir Chriſten die Einheit wahren ſollen. Sodann iſt auch angedeutet, worin der Geiſt beſteht. Hoffnung kann als Tätigkeit in doppelter Weiſe gefaßt werden: einmal, daß man in einer Notlage ſeine Hoffnung auf etwas ſetzt, und ſo käme hier derſelbe Gedanke heraus wie Glauben; zum andern bezeichnet es, daß man etwas von der Zukunft erwartet. Hoffnung bezeichnet auch den Gegenſtand, auf den der Chriſt hinblickt und deſſen Beſitz er erwartet. Hier ſind folgende Stellen zu vergleichen: Kol. 1, 5: „Um der Hoffnung willen, die euch beigelegt iſt im Himmel.“ Hier bezeichnet Hoffnung das, was man erwartet. Tit. 2, 13: Wir ſollen „warten auf die ſelige Hoffnung und Erſcheinung der Herrlichkeit des großen Gottes und unſers Heilandes JEſu Chriſti“. Da iſt die Hoffnung als ein Erbe und Gut bezeichnet, deſſen Beſitz uns noch bevorſteht. 1 Tim. 1, 1: „Nach dem Befehl . . . des HErrn JEſu Chriſti, der unſere Hoff⸗ nung iſt“ — alſo das, worauf wir unſere Hoffnung gründen. Kol. 1, 27: „Chriſtus iſt die Hoffnung der Herrlichkeit.“ 1 Theſſ. 1, 3: „an eure Geduld in der Hoffnung, welche iſt unſer HErr JEſus Chriſtus“. So braucht Paulus das Wort Hoffnung in doppeltem Sinne; es bezeichnet entweder Chriſtum und alles, was uns in Chriſto gegeben iſt, worauf wir die Hoffnung unſerer Seligkeit gründen, oder das, was wir in der Seligkeit zu erwarten haben. In dieſem doppelten Sinne redet hier der Apoſtel von der Hoffnung unſers Berufs. „Dadurch, daß dies