# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1906_S9 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) der Ev.⸗Luth. Synodalkonferenz von Nordamerika. 1906. 9 auferweckt, zu ſeiner Rechten geſetzt und dem er alle Dinge unter die Füße getan hat, der Gemeinde zu einem über alles hohen Haupte geſetzt. Dieſe Gemeinde nennt er dann Chriſti Leib, die Fülle, pleroma, des, der alles in allen erfüllet, das heißt, von dem Haupte Chriſto geht das Leben, der Geiſt, durch den ganzen Leib und erfüllt alle einzelnen Glie⸗ der durchaus und in jeder Hinſicht. V. 22. 23. Hier iſt alſo der Gedanke von dem Leibe gegeben und was mit dem Bilde gemeint iſt, fein erklärt. Daß es nur ein Leib iſt, das verſteht ſich der Natur nach von ſelbſt. Es iſt noch nicht beſonders ausgeſprochen. Im zweiten Teile des zweiten Kapitels deutet der Apoſtel näher auf dieſen Gedanken hin. Nachdem er V. 1—10 auseinandergeſetzt hatte, wie die Chriſten durch den Glauben Chriſto einverleibt ſind, kommt er V. 11 darauf zu ſprechen, daß die Epheſer an dieſem Segen gleichwie die Juden teilhaben. Er redet deshalb zuerſt von dem Zwieſpalt, der zwi⸗ ſchen den Juden und der übrigen Welt beſtand. „Darum gedenket daran, daß ihr, die ihr weiland nach dem Fleiſch Heiden geweſen ſeid und die Vorhaut genannt wurdet von denen, die genannt ſind die Beſchneidung nach dem Fleiſch, die mit der Hand geſchieht, daß ihr zu derſelbigen Zeit waret ohne Chriſtum, fremde und außer der Bürgerſchaft Israel, und fremde von den Teſtamenten der Verheißung; daher ihr keine Hoffnung hattet und waret ohne Gott in der Welt.“ Man hört aus den erſten Worten einen Tadel des Apoſtels heraus gegen das veräußerlichte Judentum, das die Heiden Vorhaut nennt. Die haben gar keine Urſache, über die Heiden die Naſe zu rümpfen. Aber der Zwieſpalt beſteht auch zwiſchen den Heiden und der wahren Kirche Israels. Im folgenden nennt es der Apoſtel ſogar eine Feindſchaft und ſagt, daß dieſelbe durch das Geſetz der Gebote in Satzungen aufgerichtet und erhalten wurde. Deshalb nennt er dieſes einen Zaun, ja die Feindſchaft ſelbſt, V. 14. 15. Und das iſt in doppelter Weiſe zu verſtehen. Dieſes Geſetz, das in vielen einzelnen Geboten Forderungen ſtellte, führte zunächſt eine äußere Scheidung herbei zwiſchen denen, die ſich dazu hielten, und den andern. Es ſonderte Israel von der ganzen übrigen Welt. Es trennte aber Israel auch innerlich dadurch, daß es ſich in ſeiner äußerlichen Auf⸗ faſſung des Geſetzes auf ſeine Zugehörigkeit zum Geſetz etwas zu gute tat und die andern verachtete. Dieſen Zwieſpalt hat nun Chriſtus aufgehoben. „Nun aber ſeid ihr nahe geworden durch das Blut Chriſti. Denn er iſt unſer Friede, der aus beiden eins hat gemacht und hat ab⸗ gebrochen den Zaun, der dazwiſchen war, indem daß er durch ſein Fleiſch wegnahm die Feindſchaft, nämlich das Geſetz . . ., auf daß er aus zweien einen neuen Menſchen in ihm ſelber ſchaffete und Frieden machte und daß er beide verſöhnte mit Gott in einem Leibe durch das Kreuz, und hat die Feindſchaft getötet durch ſich ſelbſt“, V. 13—16. Dadurch, daß Chriſtus das Geſetz erfüllte und alle Menſchen mit Gott verſöhnte, hat er die Trennung, die das Geſetz anrichtet, aufgehoben. Dadurch hat er aus den zweien, den Getrennten, einen neuen Menſchen, das