# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1906_S8 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 8 Verhandlungen der einundzwanzigſten Verſammlung ſelbe. Aber hier iſt wieder eine doppelte Auffaſſung möglich. Es kann nämlich entweder Geiſt rein äußerlich aufgefaßt werden, als menſch⸗ liche Seelentätigkeit, und dann wäre Einheit des Geiſtes einfach Ein⸗ mütigkeit, Einhelligkeit, und dazu ermahnt ja der Apoſtel ebenfalls. Aber das erſcheint hier im Epheſerbrief zu inhaltslos. Da wir finden, daß gerade Paulus den Ausdruck pneuma ſo oft in dem Sinne ge⸗ braucht, daß es das vom Heiligen Geiſte gewirkte neue Leben bezeichnet, das mit dem Fleiſche im Kampfe ſteht, ſo muß dies die Sache ſein, von der er auch hier redet. Als Parallelſtellen, in denen das Wort Geiſt in eben dieſem Sinne gebraucht wird, können wir folgende anführen: Gal. 5, 16: „Wandelt im Geiſt, ſo werdet ihr die Lüſte des Fleiſches nicht voll⸗ bringen“; 6, 8: „Wer auf ſein Fleiſch ſäet, der wird von dem Fleiſch das Verderben ernten; wer aber auf den Geiſt ſäet, der wird von dem Geiſt das ewige Leben ernten“; 5, 22: „Die Frucht aber des Geiſtes iſt: Liebe, Freude, Friede, Geduld, Freundlichkeit, Gütigkeit, Glaube, Sanftmut, Keuſchheit.“ Fragen wir nun, was der Inhalt dieſer Einheit des Geiſtes ſei, ſo lautet die kurze Antwort: Glaube, Liebe, Hoffnung. Das iſt es, was der Heilige Geiſt wirkt. Paulus ſtellt das ebenſo dar 1 Kor. 13. Das ergibt auch der unmittelbare Zuſammenhang und der Inhalt der drei erſten Kapitel. Paulus fährt nach unſerm Texte fort: „Ein Leib und ein Geiſt, wie ihr auch berufen ſeid auf einerlei Hoffnung eures Berufs; ein HErr, ein Glaube, eine Taufe, ein Gott und Vater unſer aller, der da iſt über euch alle und durch euch alle und in euch allen.“ Dieſe Worte fügt er hinzu, um zu zeigen, wie ſelbſtverſtänd⸗ lich es iſt, daß die Chriſten fleißig ſind, die Einigkeit im Geiſt zu be⸗ wahren. Wenn wir aber nun die Stelle genauer anſehen, ſcheint dar⸗ aus die Abſicht hervorzugehen, zu zeigen, daß eben dies es iſt, was den Chriſten macht: Glaube, Liebe, Hoffnung. Das iſt das Charak⸗ teriſtiſche am Chriſten, und darum ſollen wir die Einigkeit darin bewahren. Der Apoſtel redet zuerſt von dem einen Leibe. Das iſt der Gedanke, der die drei erſten Kapitel beherrſcht. Nachdem er angefangen hat, von den Segnungen zu ſprechen, die Gott über ſeine Kirche aus⸗ gegoſſen hat, kommt er ſchon Kap. 1, 3—14 darauf, deutet den Ge⸗ danken aber nur von ferne an, nämlich V. 11, wo er ausführt, daß, wie die Juden, ſo auch die Heiden zu dem Erbteile gekommen ſind. Nach dem großen Hymnus Kap. 1, 3—14 wendet er ſich an die Heiden⸗ chriſten, um ihnen das Geſagte zu erklären (V. 15) und zuzueignen. Er bittet Gott, ihnen die Erkenntnis von der Größe ihres Heils zu geben, das Gott ihnen mit derſelben Kraft, die ſich an Chriſto erwieſen, bereitet hat. Und was iſt das? Gott hat den Chriſtus, den er von den Toten