# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_November 1858_S328 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 328 Wider den Chiliasmus ꝛc. solche binden, die Symbole durchaus nicht zu einer Auslegungsnorm der Schrift an sich machen und überhaupt die Forschung in der Schrift auf keine Weise beschränken wollen. Unsere Meinung ist also durchaus nicht, daß ein Lutheraner die Schrift nach den Symbolen auslegen müsse, weil dieselben als Bekenntniß der wahren Kirche von jedermann für die Norm der Schriftauslegung anzuerkennen seien, sondern: daß ein Lehrer nur so lange als ein Diener unserer Kirche angesehen werden könne, als er sich selbst gebunden sieht, in seiner Auslegung der Schrift nicht von der Lehre unserer Kirche abzugehen, darum nehmlich, weil er von der Wahrheit, Schriftmäßigkeit, Göttlichkeit derselben überzeugt ist.“ (S. „Lehre und Wehre“ Jahrg. 1855. S. 231. 232.) Das „Formalprincip der evangelischen Reformation,“ daß die Schrift die einzige Regel und Richtschnur und Richterin ist in allen Fragen, was wahr und recht, was Irrthum und Sünde ist, festhaltend und demselben in allen seinen Consequenzen folgend, wollen wir mit den Sätzen: „Lutheraner als solche haben nicht ihre Symbole nach der Schrift, sondern die Schrift nach ihren Symbolen auszulegen,“ nur denen entgegentreten, welche darauf Anspruch machen wollen, lutherische Prediger zu sein, obgleich sie die Symbole, unter dem Titel „Auslegung“, aus der Schrift corrigiren und aus der Schrift eine andere Lehre als die der Symbole vermittelst ihrer Auslegung gefunden zu haben und daher lehren zu müssen glauben. Wir wollen denselben damit bedeuten, daß sie nur so lange lutherische Prediger sich nennen und sein können, so lange sie in dem kirchlichen Bekenntniß jene Analogie des Glaubens finden, welcher jede Weissagung gemäß sein muß. Röm. 12, 7. Wir erlauben uns hier auf die weitläuftigere Antwort zu verweisen, welche wir, auf einen Angriff in der Erlanger Zeitschrift, in „Lehre und Wehre“ (Juliund Augustheft des 1. Jahrg.) gegeben haben. Uebrigens, obgleich auch ältere unverdächtige Theologen, wie wir nachgewiesen, dasselbe ausgesprochen haben, so sind wir doch um der sichtlich möglichen Mißverständnisse willen, die unsere Redeweise hervorrufen kann, von Herzen willig, von dieser Redeweise künftighin abzustehen; wie wir denn Hrn. Lic. Ströbel hiermit aufrichtig versichern, daß wir uns stets nur innigst freuen werden, wenn er auch in Zukunft unsere Lehre und Praxis, so weit sie ihm bekannt wird, der strengsten Kritik unterwirft; wir achten uns keineswegs für Leute, die nicht irren könnten, und wollen gern unserer Glaubensbrüder Schüler sein und bleiben. 1. Cor. 14, 29—31. „Wider den Chiliasmus. No. II. Gegen Herrn Pf. Löhe's Predigt über Phil. 3, 7—11. Von J. Diedrich.“ Unter diesem Titel ist bei Dörffling und Franke in Leipzig eine kleine Broschüre von 20 Seiten in 8vo erschienen, in welcher von dem Verfasser der Schrift: „Wider den Chilias⸗