# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1904_S69 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) der ev.⸗luth. Synodalconferenz von Nord⸗America. 1904. 69 Dies iſt der einmüthige Wunſch einer Conferenz, welche an die drei⸗ tauſend communicirende Glieder und nahezu tauſend Schulkinder repräſen⸗ tirt, die ſämmtlich den engliſchen Text des Kleinen Katechismus gebrauchen. Der Entſchluß, mit dieſer Bitte vor die Ehrw. Synodalconferenz zu treten, entſpringt einer unparteiiſchen und gewiſſenhaften Prüfung des vor⸗ liegenden Probedruckes, einer ernſtlichen und allſeitigen Erwägung der Folgen, die bei der Einführung eines veränderten Textes eintreten würden, und der feſten Ueberzeugung, daß die Nothwendigkeit für eine Reviſion des engliſchen Katechismustextes nicht vorhanden iſt. Als ſeiner Zeit vor der zu Evansville, Ind., tagenden Synodalconferenz eine Reviſion verlangt wurde, begründete man ſeine Bitte hauptſächlich mit der Behauptung, es ſei in der im Gebrauch ſtehenden Ausgabe eine ganze Anzahl ſogenannter Germanismen und ſonſtiger Sprachfehler enthalten. Auf dieſe Angabe hin beauftragte man eine Committee mit der Durchſicht des engliſchen Katechismustextes und beſchloß, die Angelegenheit ſpäter wieder aufzunehmen. Nach einer gewiſſenhaften und erſchöpfenden Prüfung des vorliegenden Textes ſcheint die Committee zu der Einſicht gekommen zu ſein, daß der damals für die gewünſchte Reviſion angegebene Hauptgrund — die Germanismen betreffend — als Hauptgrund nicht vorhanden war. Im Gegentheil, dem Bericht der Committee zufolge hatte man bei der Durchſicht hauptſächlich geſucht, dem deutſchen Originale noch näher zu kommen, als das im vorliegenden Text bereits der Fall war. Erſt an zweiter Stelle ſteht als allgemeiner Grund die Verbeſſerung des engliſchen Wortlautes. Vergleicht man nun im Einzelnen den revidirten Text mit dem jetzt ge⸗ bräuchlichen, ſo kann man ſich des Urtheils nicht enthalten, daß die ange⸗ brachten Veränderungen, unwichtig wie ſie ſind, die Einführung eines neuen Textes in keiner Hinſicht rechtfertigen. Es iſt allgemein bekannt, wie be⸗ denklich und gefährlich es iſt, an dem Text lang gebrauchter Religionsbücher zu ändern. Von jeher hat man in der Kirche nur im äußerſten Nothfall eine Verbeſſerung der althergebrachten Bücher vorgenommen, und ſelbſt dann noch iſt oft der Verwirrung und des genommenen Aergerniſſes kein Ende geweſen. Daß hier nun keineswegs ein Nothfall vorliegt, ſieht man deutlich an dem von der Committee veröffentlichten Probedruck. Nirgends hat da die ſorg⸗ fältigſte Durchſicht auch nur einen einzigen wirklich ſinnſtörenden Wort⸗, Satz⸗ oder Uebertragungsfehler zu Tage gefördert. Faſt in allen Fällen läßt ſich darüber ſtreiten, welche von den beiden jetzt vorliegenden Wendungen wohl die beſſere ſei. Wir ſind ſogar überzeugt, daß viele einzelne Perſonen und ganze Conferenzen innerhalb der Synodalconferenz in manchen Punkten die Anſicht der Committee ganz entſchieden nicht theilen. Das hat nicht wenig auf ſich; denn unſern engliſchen Gliedern iſt der engliſche Katechismus das, was der deutſche Katechismus dem deutſchen Lutheraner iſt, und es kann ſich jeder denken, was für eine Aufregung durch unſere deutſchen Ge⸗ meinden gehen würde, wollten wir den deutſchen Katechismus revidiren. Im Hinblick auf dieſe Thatſachen halten wir es für äußerſt bedenklich, den engliſchen Katechismustext zu verändern, und bitten daher die Ehrw. Synodal⸗ conferenz, in der Sache weiter nichts zu thun. Mit aller Hochachtung Die ev.⸗luth. Paſtoralconferenz von New Orleans und Umgegend. In deren Namen und Auftrag Karl Kretzſchmar.