# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1904_S66 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 66 Verhandlungen der zwanzigſten Verſammlung chriſtliche Jungfrauen erwieſen haben. Einige haben vor und nach der Schule in weißen Familien gearbeitet und auf dieſe Weiſe einen Theil der Koſten getragen. Ueber die andern Mädchen, die zerſtreut wohnten, konnte keine ſo genaue Controle geführt werden. Aber es iſt keine Klage über ſie laut ge⸗ worden. Von dieſen Mädchen waren 8 kirchlos, 2 waren Glieder der Metho⸗ diſtenkirche und 2 gehörten zur lutheriſchen Gemeinde hier. Die Unwiſſen⸗ heit der fremden Mädchen in Religionsſachen war überaus traurig. Auch in weltlichen Kenntniſſen, obwohl einige mehr Schulung gehabt hatten als die unſrigen, ſtanden ſie hinter dieſen zurück. Zwei kirchloſe Knaben ſind dies Jahr confirmirt worden, und 3 Mäd⸗ chen haben erklärt, Lutheraner werden zu wollen. Jeden Sonntag ſind zwei Gottesdienſte mit Predigt gehalten worden. Von Anfang des Schuljahres bis Ende April habe ich den Morgengottes⸗ dienſt verſehen. Nachmittags iſt Sonntagsſchule. Alle Gottesdienſte ſind von ſämmtlichen Studenten regelmäßig beſucht worden, und die lutheriſchen Schüler haben das heilige Abendmahl fleißig genoſſen. Das Koſtgeld für die im College wohnenden Schüler iſt auf $5.00 monatlich feſtgeſetzt worden. Das iſt zwei bis drei Dollars weniger als in irgend einer andern Anſtalt im Staate. Aber die Koſten für jeden Schüler, einſchließlich Feuerung, Licht und Waſſer, belaufen ſich durchſchnittlich nur auf etwa $3.00 monatlich. Die Schüler haben nahrhafte Koſt, und zwar reichlich, bekommen. Leckereien ſind natürlich nicht auf dem Tiſche geweſen. Von den Landgemeinden haben wir von Zeit zu Zeit Gemüſe, Früchte und “preserves” bekommen. Ein Schüler hat das Kochen zur Zufriedenheit aller beſorgt und hat dafür freien Tiſch gehabt. Ihm iſt jede Woche abwechſelnd ein Gehülfe zur Seite geſtellt worden, der die Tiſche zu waſchen und ſonſtige Handlanger⸗ dienſte zu leiſten hatte. Vier haben das volle Koſtgeld bezahlt, zwei nur einen Theil, und vier ſind vollſtändig aus der Studentenkaſſe unterſtützt worden. Von den auswärtigen Mädchen, die ich zu verſorgen hatte, und für welche $6.50 pro Perſon für Koſt und Wohnung bezahlt werden mußte, haben drei zum größten Theil Unterſtützung erhalten. Ein Negermädchen aus Charlotte bekam monatlich $3.00 aus einer norwegiſchen Gemeinde. Herr P. Schmidt aus Greensboro hatte ſich verpflichtet, für zwei Knaben und vier Mädchen Sorge zu tragen. Von dieſen hat ein Mädchen theil⸗ weiſe ihre eigenen Koſten getragen. Es iſt jedoch eine Vereinbarung ge⸗ troffen worden, derzufolge die Unterſtützten den Betrag der Unterſtützung ſpäter zurückbezahlen ſollen. Daß aller Anfang ſchwer iſt, haben wir im verfloſſenen Jahre in reichem Maße erfahren. Die Schwierigkeit lag nicht allein in den äußerlich dürf⸗ tigen Gebäuden, in dem Mangel an Lehrmitteln, in der Unwiſſenheit und Armuth der Schüler, ſondern auch in der Unerfahrenheit des vorläufigen Directors. Es hat mir auch an Zeit und Kraft gefehlt. Doch Gott iſt in