# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1904_S63 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) der ev.⸗luth. Synodalconferenz von Nord⸗America. 1904. 63 den Taufbund ſchloſſen und 14 ihn erneuerten. Der HErr erhalte ſie auch ſtandhaft im rechten Glauben bis ans Ende! Sechs haben während dieſer Zeit, wie wir zuverſichtlich hoffen, das Ende ihres Glaubens erlangt und ſchauen nun den, der ſie aus großer Liebe zu ſich gezogen hat. 358 Gäſte kamen zum Tiſch des HErrn und konnten dadurch der Vergebung ihrer Sün⸗ den gewiß werden, ihren Glauben ſtärken, ihr Gewiſſen tröſten und ſo Kraft zu einem neuen Leben empfangen. Die Gottesdienſte wurden durchſchnitt⸗ lich von 45 Zuhörern und die Sonntagsſchule von 42 Schülern beſucht. In der Wochenſchule hatten wir meiſtens an die 30 Kinder; der Durchſchnitts⸗ beſuch war 18 — auch ein Beweis dafür, daß es in Folge der Abweſenheit von Vater oder Mutter ſehr an häuslicher Ordnung fehlte. In dieſer Zeit wurden auch 7 Kindlein unſerer deutſchen Miſſionsgemeinde dahier von mir getauft.“ Dieſe zählt jetzt gegen 140 Seelen und kann unſerer Negermiſſion durch ihr Bekenntniß zur reinen Lehre von großem Segen werden. Springfield, Ill. Der Negercandidat L. Thalley hat vor andert⸗ halb Jahren hier ſein Amt angetreten. Ihm zur Seite ſteht unſer farbiger Lehrer McDavitt. Die Miſſion hat in den letzten zwei Jahren äußerlich keine Fortſchritte gemacht. Es gibt jedoch eine Anzahl, die regelmäßig die Gottesdienſte beſucht und das heilige Abendmahl genießt. Die Seelenzahl iſt 57; darunter ſind 39 Communicirende und 11 Stimmberechtigte. Die Gottesdienſte werden durchſchnittlich von 29 Erwachſenen und 17 Kindern beſucht. Innerlich iſt die Gemeinde gewachſen. Brüderliche Beſtrafung, Kirchenzucht ꝛc. wird geübt. Zwei Glieder, an denen Kirchenzucht geübt werden mußte, ſind bußfertig zurückgekehrt und von der Gemeinde wieder aufgenommen worden. Die Glieder ſind arm an irdiſchen Gütern — es ſind Tagelöhner. Dennoch haben ſie ihre Beiträge regelmäßig bezahlt und die laufenden Ausgaben gedeckt. Hoffnung auf Zuwachs iſt ſonſt gering, doch gerade jetzt haben ſich 3 Erwachſene zur Aufnahme melden laſſen. In der Schule arbeitet Lehrer McDavitt auch unter großen Schwierig⸗ keiten. In Springfield ſtehen nämlich den Negerkindern dieſelben Schulen offen, die die weißen Kinder beſuchen. Darauf ſind ſie natürlich ſtolz, und darunter muß nun unſere Negermiſſionsſchule leiden. In der Gemeinde ſelbſt gibt es wenige ſchulpflichtige Kinder. Die Schule wird durchſchnittlich von 20 Kindern beſucht. Lehrer McDavitt ſoll nächſtens nach North Caro⸗ lina verſetzt werden, und die Schule übernimmt dann der dortige Miſſionar. Den Segen einer chriſtlichen Gemeindeſchule erfährt dieſe Gemeinde auch. Erſt kürzlich hat Miſſionar Thalley eine junge Frau aus der Gemeinde be⸗ graben, die in ihren Kinderjahren unſere lutheriſche Gemeindeſchule be⸗ ſucht hat. Als ſie nun ſchwer krank lag, verſuchten ihre Eltern und andere ſie zu überreden, ſich der Methodiſtenkirche anzuſchließen. Doch ihre Ueber⸗ redungskunſt war vergeblich: ſie hielt das feſt, was ſie in der Schule aus Gottes Wort gelernt hatte, verlangte von dem Miſſionar noch mehr Unter⸗ weiſung aus der Schrift und ſtarb ſelig in dem HErrn.