# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1904_S62 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 62 Verhandlungen der zwanzigſten Verſammlung ganze Anzahl Lutheraner zog nach dem Norden, weil ſie ſich und die Ihrigen bei den hohen Preiſen für Lebensmittel und den geringen Löhnen nicht ehr⸗ lich ernähren konnten.“ Von dem neuen Predigtplatz Rudds Station berichtet Miſſionar Schmidt ſehr günſtig. Das Erfreulichſte an dem Fortgang unſerer Gemeinde in Greensboro in den letzten zwei Jahren war der außerordentliche Zuwachs an Schülern in unſerer Gemeindeſchule. Miſſionar Schmidt ſchreibt: „Wir hatten ſo viele Schüler (110), daß es Lehrer Buntrock, der ſchon ſeit ſechs Jahren mit großer Treue und Selbſtverleugnung hier arbeitet, zu viel wurde und ich die Hälfte derſelben in der Kirche ſelbſt unterrichten mußte. Soll der großen Schülerzahl hier im kommenden Jahre ein genügender Unterricht zu Theil werden, ſo ſollte an der hieſigen Schule unbedingt eine weitere Lehrkraft angeſtellt werden. Auf der Schule ruht unſere Hoffnung für die Zukunft. So viel ſteht feſt und prägt ſich der Ueberzeugung der Miſſionare von Jahr zu Jahr mit immer größerer Gewißheit ein: wollen wir in Zukunft tüchtige lutheriſche Negergemeinden haben, ſo müſſen dieſe nicht aus erwachſenen Negern gewonnen werden, die in dem alten Schlendrian der ‘plantation religion’ groß geworden ſind, ſondern wir müſſen ſie uns in den lutheriſchen Gemeindeſchulen ſelbſt heranziehen. . . . O daß unſere lutheriſche Chriſtenheit den HErrn der Ernte doch fleißig, beſtändig und ernſtlich um ‚rechte und viele‘ Arbeiter in ſeinem farbigen Weinberg bitten würde! Er erhört ja ſo gerne das Seufzen und Wehklagen der Kinder Zions.“ Meherrin und Umgegend. Ueber den Stand unſerer Neger⸗ miſſion bei Meherrin und Umgegend ſchreibt unſer lieber Miſſionar Schooff, der nun vierzehn Jahre hier arbeitet, u. a. wie folgt: „Von den 171 Seelen ſind 82 communicirende Glieder. Von dieſen ſind gegenwärtig 38 abweſend und meiſtens in unſern Großſtädten beſchäftigt. Daß dieſer Zuſtand dem Gedeihen unſerer Miſſion ſehr hinderlich iſt, liegt auf der Hand. Denn faſt ohne Ausnahme wurden dieſe durch hohe Löhne dorthin gezogen und benutzen nun meiſtens nicht ihren ſauerverdienten Lohn zum Dienſte Gottes und des Nächſten, ſondern fallen dadurch, wie üblich, in Verſuchung und Stricke, und viele thörichte und ſchädliche Lüſte, welche verſenken die Menſchen ins Verderben und Verdammniß. Denn der Geiz iſt eine Wurzel alles Uebels, auch bei den armen, tiefgeſunkenen Negern. Dieſer traurige Zuſtand zeigt denn auch ſeine ſchreckliche Wirkung, die ſich bis in die Heimath erſtreckt. Man denkt und redet faſt immer von hohen Löhnen und was man dafür und dabei alles genießen kann. An die Seelengefahren ſcheint man ſelten zu denken. So kann man denn auch nur die unendlich große Liebe, Gnade und Treue Gottes bewundern, die er trotzdem über dieſes leichtfertige Volk walten läßt. Ihm daher allein haben wir es zu verdanken, daß unſere Arbeit an dieſem Volk auch in den beiden letztverfloſſenen Jahren nicht ver⸗ geblich war, daß doch 4 Erwachſene und 8 Kinder mit dem dreieinigen Gott