# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1904_S53 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) der ev.⸗luth. Synodalconferenz von Nord⸗America. 1904. 53 kenntniß obenan; denn nur da, wo Gottes Name geheiligt wird, kann ſein Reich kommen, ſein Wille geſchehen und das tägliche Brod als Gabe Gottes erkannt und mit Dankſagung empfangen werden. Da nun aus purlauterer Gnade und nach einem wunderbaren ewigen Rathe die göttliche Weisheit unſere americaniſch⸗lutheriſche Kirche in dieſer letzten betrübten Zeit hat „reich gemacht an aller Lehre und in aller Erkennt⸗ niß“, ſo daß ſie „keinen Mangel hat an irgend einer Gabe“, ſo hat ſie ja ſchon darum ganz beſonders vom HErrn den Beruf zum Werke der Miſſion — auch zur Negermiſſion — empfangen. Wir haben auch reichlich Gelegen⸗ heit, an den 9 bis 10 Millionen Negern unſers Landes, deren Sklavenjoch allerdings gebrochen iſt, die aber zum allergrößten Theil nicht die Frei⸗ heit kennen, mit der uns Chriſtus befreit hat, zu miſſioniren. In dieſen Negern hat uns Gott die Heiden gleichſam als unſern armen Lazarus vor die Thüre gelegt. Wohlan, fahren wir getroſt fort in dem gottgefälligen Miſſionswerk — bringen wir, die wir von Gott ſo reich gemacht worden ſind, den armen Negern das reine, allein ſeligmachende Wort Gottes in Kirche und Schule, dann iſt den Negern zeitlich und ewig geholfen. Ach, daß uns auch für die armen Neger ein rechter Miſſionsgeiſt erfüllte, daß wir vor allen Dingen um rechte und viele Arbeiter für dieſes ſo reiche Miſſionsfeld bitten würden und uns auf dieſem großen Miſſionsgebiet nicht beſchämen ließen durch die Rührigkeit der Kirche des Antichriſten, ſowie auch von dem Eifer der Secten! Es iſt allerdings wahr, die Innere Miſſion in unſerm Lande iſt und bleibt die Hauptaufgabe unſerer lutheriſchen Kirche; aber darum dürfen andere nöthige Miſſionen doch nicht unterbleiben. Hier heißt es auch das eine thun und das andere nicht laſſen. Gewiß, je eifriger wir im Werk der Innern Miſſion ſind, deſto größer wird gerade dadurch der Gewinn für die Aeußere Miſſion ſein. Gerade der, welcher hinausgeht auf die Gaſſen und Straßen der Stadt und die Lahmen, die Armen, die Krüppel und die Blinden hereinholt, gerade der iſt es, welcher zu dem HErrn ſpricht: „Es iſt geſchehen, was du befohlen haſt; es iſt aber noch Raum da“, und der dann mit ebenſo großer Freude auf den Befehl des HErrn diejenigen aufſucht, die ſich auf den Landſtraßen und an den Zäunen umhertreiben, und ſie mit Liebesgewalt nöthigt hereinzukommen. Ja, und je mehr wir vor allem unſere verwahrloſten Glaubensgenoſſen unter kirchliche Pflege bringen, deſto mehr gewinnt dann auch die Negermiſſion bei dieſen und bei uns betende Herzen und willige Hände. Das hat auch unſere Negermiſſion wiederum erfahren dürfen in den letzten zwei Jahren. Die Chriſten innerhalb der Synodalconferenz haben nämlich wieder mit der That bewieſen, daß ſie nicht müde geworden ſind, trotz der vielen andern Miſſionen, denen ſie Gaben zugewandt haben, auch die Negermiſſion zu unterſtützen. Und Gott hat ihre Gaben reichlich geſegnet. Feiern unſere Negermiſſionare auch keine ſo großen Siege wie die Apoſtel im