# Der Lutheraner_St. Louis Missouri_1847 06 01_S112 # Machine transcription, uncorrected — CHI Digital Archive (demonstration) verhalten gegen Schwachglaͤubige. Etwas anderes iſt Gottloſigkeit und Verach⸗ tung Gottes, etwas anderes Schwachheit des Glaubens. Jenes iſt ernſtlich zu ſtrafen und zu verdammen, dieſer aber, obwohl ſie nicht zu loben iſt, iſt doch keineswegs hart zu begegnen. Denn je ſchwächer jemand im Glauben iſt, deſto mehr trägt Gott gerade für ihn Sorge. Siehſt du nicht, wie ſich eine Mutter verhält Aur ſ ſich haben; daß ſie, da das Buch zunächſt für den gegen ihr krankes Söhnlein? Stößt ſie es von ſich und tritt es mit Füßen, weil es matt und ſiech iſt? Nichts weniger; ſtürbe es, ſo würde ſie es mit großem Herzeleid zu Grabe tragen; ſo lange es aber noch lebt und athmet, hegt und pflegt ſie es um deſto ſorgſamer, je härter und ſchwerer ſeine Krankheit iſt, während ſie indeſſen um diejenigen ihrer Kinder gar keine Sorge zu tragen ſcheint, die noch ſtark und ge— ſund ſind. Die Liebe Gottes gegen die Schwa— chen unter den Seinigen übertrifft aber alle natürlichen Liebestriebe der Mütter gegen ihre Kinder. Ob ſie auch ihrer vergäße, ſpricht er, ſo will ich doch deiner nicht vergeſſen. Jeſ. 49, 15. Laßt uns daher in unſerer Sorge für die Schwachen die göttliche Liebe nachahmen und, wie Paulus ermahnt, die Schwachen im Glauben aufuehmen und ihre Gebrechlichkeiten tragen, (Röm. 14, 1. 15, 1.), damit der HErr, unſer Gott, auch mit unſeren Schwachheiten Geduld trage und uns dieſelben vergebe. Brentius. Lutheriſches Kirchen⸗Geſangbuch. Viel falſcher Meiſter jetzt Lieder dichten, Siehe dich für, und lern ſie recht richten. Wo Gott hin baut ſein Kirch und ſein Wort, Da will der Teufel ſein mit Trug und Mord. Luther. Das in der 12. Nummer dieſes Jahrgangs angekündigte neue „Kirchen-Geſangbuch für evangeliſch-lutheriſche Gemeinden ungeänder— ter Augsburgiſcher Confeſſion,“ herausgegeben von einigen lutheriſchen Predigern in Miſ— ſouri und verlegt von der hieſigen lutheriſchen Gemeinde, hat nun die Preſſe verlaſſen. Die äußere Einrichtung deſſelben iſt folgende: Seite I-XII. enthält außer dem Titel das Inhalts-Regiſter und das alphabetiſche Lieder— Regiſter; Seite 1-380 enthält die Lieder, an der Zahl 437; Seite 381-390 enthält das Melodien-Regiſter, und Seite 391 -420 den erſten Anhan g„der aus Morgen⸗, Abend-⸗, Beicht-, Communion-, Kranken⸗, Sterbens-— und andern Gebeten, aus einem Formular zur Nothtaufe, den gebräuchlichen Antiphonen ꝛc. beſteht. Einen zweiten Anhang bildet der kleine Katechismus Lutheri und einen dritten die drei ökumeniſchen Symbola nebſt der ungeänderten Augsburgiſchen Con-— feſſion. Das ganze Buch umfaßt 516 Seiten in dem gewöhnlichen deutſchen Geſangbuchs— Format mit ſolchen Schriften, wie die neue New-Yorker Ausgabe der Hauspoſtille Luthers. Der Preis für ein Exemplar, gut in Leder ge⸗ bunden, gepreßt, mit marmorirten Kanten, iſt 75 Cents. Hr. Ludwig in New-York hat die Güte gehabt, Druck und Einband zu beſorgen, es bedarf daher gewiß nicht erſt einer Verſiche⸗ 112 rung, daß die äußere Ausſtattung des Buches gewiß zur Befriedigung aller ausgefallen iſt, die daſſelbe gebrauchen werden. Was die auf⸗ genommenen Lieder betrifft, ſo iſt bei Auswahl derſelben hauptſächlich darauf Rückſicht genom⸗ men worden, daß ſie rein ſeien in der Lehre; daß ſie in der rechtgläubigen deutſch-lutheri⸗ ſchen Kirche ſchon eine möglichſt allgemeine Aufnahme gefunden und ſomit von derſelben ein möglichſt einſtimmiges Zeugniß, daß ſie aus dem rechten Geiſt gefloſſen ſind, erhalten öffentlichen Gottesdienſt beſtimmt iſt, nicht ſo⸗ wohl die beſondern wechſelnden Zuſtände ein⸗ zelner Perſonen ausdrücken, als vielmehr die Sprache der ganzen Kirche enthalten, und daß ſie endlich, obgleich das Gepräge der chriſtli— chen Einfalt an ſich tragend, doch nicht gereimte Proſa, ſondern Erzeugniſſe einer wahren chriſt— lichen Poeſie ſeien. Die Herausgeber ſind es ſich lebendig bewußt geweſen, welche große Aufgabe ſie zu löſen hatten; ſie haben dabei gänzlich an ihrer eigenen Weisheit verzagt und Gott ernſtlich um ſeines heil. Geiſtes Er⸗ leuchtung und Regierung, und inſonderheit um die Gabe, die Geiſter zu prüfen und zu unter⸗ ſcheiden, angerufen; ſie können verſichern, daß ſie mit Furcht und Zittern dabei zu Werke ge⸗ gangen ſind und nur diejenigen Lieder aus dem ungeheuren Schatze, den die chriſtliche Kirche an deutſchen Geſängen beſitzt, ausgewählt ha— ben, von denen ſie nach der Gnade, die ihnen Gott gegeben, erkannten, daß ſie vor allen an— dern werth ſeien, von Kind zu Kindeskindern vererbt und als ein Inventarium, als ein un⸗ veräußerliches Eigenthum der Kirche deutſcher Zunge bewahrt zu werden. Unſer HErr IéE— ſus Chriſtus, der da aufgefahren iſt in die Höhe und hat den Menſchen Gaben gegeben, lege auch auf dieſes Geſangbüchlein einen überſchwänglichen Segen. Mit dem Kirchengeſangbuch iſt nun zwar auch das nächſte Bedürfniß für das Haus nicht ganz überſehen, aber, wie geſagt, zunächſt für das Bedürfniß der Kirche geſorgt worden; es iſt daher daran gedacht worden, mit der Zeit noch ein beſonderes Haus⸗-Geſang⸗ bufch demſelben als zweiten Theil folgen zu laſſen, ſollte ſich das Verlangen darnach in den Gemeinen klar kund geben. Da es den Herausgebern vor allem daranf ankam, die werthvollſten Lieder für ein ſo klei⸗ nes Geſanabuch zu geben, ſo hat freilich nur wenig Rückſicht auf allgemeine Bekanntheit der dazu gehörigen Melodien genommen wer⸗ den können. Doch verweiſt nicht nur das bei⸗ gegebene Melodienregiſter in den meiſten Fäl— len auf bekannte Melodien, mit welchen im Nothfall die unbekannten vertauſcht werden können, ſondern wir gedenken auch ein eignes lithographirtes Melodienbüchlein für unſer Geſangbuch in den nächſten Monaten heraus— zugeben, um damit einer etwa in manchen Ge— meinden entſtehenden Verlegenheit abzuhelfen. Wir meinen auch, daß wir hohe Urſache haben, darauf zu ſehen, daß der herrliche, reiche Schatz unſerer Kirchen-Melodien ebenfalls bewahrt werde. Denen, welche das Geſangbuch ſich anzu-— ſchaffen Willens ſind, melden wir, daß ſie daſ⸗ ſelbe gegen Baarzahlung entweder durch Herrn Heinrich Ludwig, New York, Veſey Straße, No. 70 & 72, oder durch Herrn F. W. Barthel, care ok Mr. A. B. Tschirpe, St. Louis, Mo., beziehen können. Wir machen auch ſchließlich darauf aufmerkſam, daß darauf reflectirende Gemeinden nicht zu fürchten haben, daß das Geſangbuch bald vergriffen ſein werde, da daſſelbe mit ſtehen bleibenden Lettern aufge⸗ egt iſt. Die Kirchenpoſtille Dr. M. Luthers. — Wir haben bei Hrn. H. Ludwig jüngſt nach⸗ gefragt, wie es um die projectirte Herausgabe des obigen Buches ſtehe und zu unſerer Be⸗ trübniß die Nachricht erhalten, daß bis dato ſich noch nicht mehr als 284 Subſcribenten dazu gefunden haben. Wir können daher nicht um⸗ hin, unſere theuren Brüder im Amte, die es wiſſen, welch ein Pfund unſerer Kirche gerade mit den beiden Poſtillen Luthers anvertraut iſt, darauf aufmerkſam zu machen, daß es unſere heilige Pflicht iſt, die gegenwärtig ſich uns dar⸗ bietende Gelegenheit zu benutzen, daß unſerer americaniſch-lutheriſchen Kirche der Segen jener nie veraltenden Schriften zugewendet und erhalten werde. Thun wir das nicht, wie wol⸗— len wir dereinſt als treue Haushalter erfunden werden? Sollten wir hier nicht denken an Ja⸗ cobi Ausſpruch: „Wer da weiß Gutes zu thun, und thut es nicht, dem iſt es Sünde?“ (4, 17.) Laſſet uns, liebe Brüder, auch bedenken, nicht nur, welchen gefürchteten Mitkämpfer wir uns mit Luther gegen das hier immer weiter vor— dringende Heer des römiſchen Antichriſts an die Seite ſtellen, ſondern wie wichtig es hier auch um der proteſtantiſchen, lutheriſch und nicht lutheriſch genannten Secten willen iſt, daß hier Luthers Stimme wieder aus dem Grabe hervortöne, da ein jeder Proteſtant, wenn er noch nicht ganz von Unglauben oder Schwärmerei verſchlungen iſt, noch einiges Gewiſſen hat, auf Luthers Stimme zu hören. Laſſe ſich doch keiner von dem Gedanken läſſig machen, daß das Werk zu theuer ſei, daß es wenig Abnehmer finden und daß es daher doch nicht zu Stande kommen werde. Thue nur jeder in ſeinem Kreiſe, ſo viel er kann, und wir werden in kurzem ſehen, wie der HErr der Kirche das Werk gefördert hat. Was die Be⸗ dingungen betrifft, unter welchen, und den Weg, auf welchem das Werk zu erhalten iſt, ſo erlauben wir uns, den geneigten Leſer auf No. 15 unſers Blattes zu verweiſen. Die Hauspoſtille Dr. M. Luthers. Wir machen hierdurch bekannt, daß wir wie— der mit einem ziemlichen Vorrath gebundener Exemplare dieſes Buches verſehen ſind, und daß daſſelbe ſowohl in unſerer Wohnung als in der Wohnung des Herrn Apotheker Tſchirpe für $2,00 käuflich zu haben iſt. Dr. M. Luthers kleiner Katechismus. 1 Exemplar 10 Cents, 1 Dutzend für $1,00, 100 Stück für $7,00, zum Verkauf bei F. W. Barthel in St. Louis. EEBeſtellungen von anderwärts erbittet man ſich care ok A. B. Tschirpe. Bezahlt: 3. Jahrg. Hr. Paſt. Brohm (4 Ex.) 2. Hälfte des 3. Jahrg. die Herren Bewersdorf, A. Buſch, A. Kerkhof, Wefel. 1. Hälfte des 4. Jahrg. die Herren Buſch, A. Kerkhoff. Erhalten für die luth. Heidenmiſſion am Fluſſe Cass, Mich., durch Hrn. Paſt. Hengiſt von der Salems⸗Gemeinde in Salem Townſhip S 1.00, und von der Jeruſalems-Gem. in Hickory Townſhip 82.00, beide in Mercer Co., Pa. Gedruckt bei Arthur Olshauſen.