# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1904_S52 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 52 Verhandlungen der zwanzigſten Verſammlung Glaubensmuth und Opferſinn, der ſich nicht weigert, in der Nachfolge JEſu auch in die Abgründe menſchlichen Elends zu ſteigen, um, gleich dem Meiſter, zu ſuchen und zu retten, was verloren iſt. Die Berichte unſerer Negermiſſio⸗ nare geben uns ein ſchönes Bild von der ſeligen, ewigen Segen bringenden Chriſtenarbeit in der Negermiſſion. Es wird ebenſo treu, mit vieler Mühe und großen Koſten gearbeitet an Häuflein, die bloß wenige Seelen zählen, wie an ſolchen Stationen, wo, wie z. B. in unſern großen weißen Gemein⸗ den, hundert bis tauſend ſich um das gepredigte Wort ſchaaren. Denn auch die kleinen Häuflein ſind werth geachtet in den Augen des großen Hirten, unſers Heilandes JEſu Chriſti, der ausgeht, um auch nur Ein verlorenes Schaf zu ſuchen. Es iſt wahr, die Aufgabe unſerer Arbeiter in der Negermiſſion iſt eine überaus große und ſchwere, und der Erfolg iſt äußerlich oft ein ſehr geringer; denn viele wollen den HErrn JEſum nicht an⸗ und aufnehmen. Doch das Vertrauen auf Gottes Verheißungen und der Hinblick auf das Beiſpiel JEſu, des guten Hirten, gibt den Arbeitern immer wieder neuen Muth. So dürfen auch wir, die Chriſten in der Synodalconferenz, den Muth nicht ſinken laſſen und auch nicht müde werden, dieſe unſere Negermiſſion mit unſern Gebeten und Gaben auch fernerhin zu unterſtützen, weil, wie manche hervorheben, der äußerliche Erfolg in dieſer Miſſion ein ſo geringer ſei. Die Arbeit, die wir vor 27 Jahren in Gottes Namen angefangen haben, wollen wir auf Gottes Zuſage und in ſeinem Namen getroſt fortſetzen. Als jene Samariter den HErrn JEſum nicht beherbergen, nicht aufnehmen wollten, da wollten ſeine Jünger ſofort Feuer vom Himmel auf ſie fallen laſſen, damit ſie vom Erd⸗ boden vertilgt würden. Aber dafür bekommen ſie einen ernſtlichen, wohl⸗ verdienten Verweis; denn JEſus „wandte ſich und bedräuete ſie und ſprach: Wiſſet ihr nicht, welches Geiſtes Kinder ihr ſeid?“ Bekanntlich wird jetzt die Frage vielfach beſprochen: Wie kann die traurige Lage der armen Neger gebeſſert werden? Das einzige Mittel, wo⸗ durch den armen Negern zeitlich und ewig geholfen werden kann, iſt das reine Wort Gottes. Dieſes Mittel hat Gott uns geſchenkt, und mit dieſem Mittel werden wir auch in der Negermiſſion nicht vergeblich arbeiten. Wo die reine Lehre des göttlichen Wortes und eine lebendige Erkenntniß derſelben im Schwange geht, da hat doch Gott das Größte und Herrlichſte gegeben, was er den Menſchen hier auf Erden geben kann. Bürgerliche Wohlfahrt und Familienglück ſind ja freilich auch herrliche Gnadengaben Gottes. Aber was helfen ſie uns, wenn uns nicht der Rath Gottes zur Seligkeit gepredigt wird? Wo die reine Lehre und die rechte Erkenntniß fehlt, da gehen Tauſende und aber Tauſende unſterblicher Seelen ewig verloren, und ſelbſt bürgerliche Wohlfahrt und Familienglück ſind wie ein Apfel, der von außen ſchön ausſieht, aber inwendig wurmſtichig iſt; über kurz oder lang bewährt ſich der göttliche Ausſpruch: „Die Sünde iſt der Leute Verderben.“ Seht, darum ſteht auch im heiligen Vater⸗Unſer die Bitte um reine Lehre und Er⸗