# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1904_S51 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) der ev.⸗luth. Synodalconferenz von Nord⸗America. 1904. 51 hat euch den Segen, alles wahre Gute für Zeit und Ewigkeit, erworben. Ihr Chriſten habt in Chriſto Gottes Gnade, ein ruhiges Gewiſſen, Vergebung der Sünden, Leibes⸗ und Seelenwohlfahrt, Troſt im Gebet, Freude in Trübſal, Schutz in Anfechtung, Trutz wider den Teufel, Hülfe wider den Tod, die Hoffnung der Auferſtehung des Fleiſches und die Erbſchaft des ewigen Lebens. „Ihr ſeid das auserwählte Geſchlecht, das königliche Prieſterthum, das heilige Volk, das Volk des Eigenthums, daß ihr ver⸗ kündigen ſollt die Tugenden deß, der euch berufen hat von der Finſterniß zu ſeinem wunderbaren Licht“, 1 Petr. 2, 9. Es geziemt euch alſo, will der Apoſtel ſagen, dankbar zu ſein und eurem Nächſten dieſelbe Liebe zu er⸗ zeigen, die euer Gott euch erwieſen hat. Wie offenbart ſich aber dieſe Dankbarkeit? So, ſagt St. Petrus, daß ihr Chriſten verkündigt die Tugenden deß, der euch berufen hat. Und zwar ſollen wir ſie allen Menſchen verkündigen, das iſt der Wille Gottes. So ſpricht nämlich die Schrift z. B.: „Gehet hin in alle Welt und prediget das Evangelium aller Creatur.“ „Des Menſchen Sohn iſt kommen, zu ſuchen und ſelig zu machen, das verloren iſt.“ „Verloren“ — ein in⸗ haltsreiches Wort! Eine ganze Reihe von trüben Bildern tritt ſofort vor die Seele, ſobald wir dieſes Wort hören: verloren! — verloren in der Welt unter Dornen und Diſteln, im Schmutz der Sünde, auf den Wegen zur ewigen Verdammniß! Gott verloren, alles verloren! So verloren ſind heute noch alle, die in Finſterniß und im Schatten des Todes ſitzen. Doch „des Menſchen Sohn iſt kommen, zu ſuchen und ſelig zu machen — das verloren iſt“. Das ſollen wir — die wir Chriſten ſind — bekannt machen. Wenn wir das ganze Wirken unſers HErrn JEſu von der Krippe bis zu ſeinem Kreuze kurz und bündig bezeichnen wollen, ſo werden wir ſagen müſſen: Es iſt ein Suchen geweſen, ein Suchen des Verlorenen. Sein Predigen, ſein Lehren, ſein Strafen und Tröſten, ſeine Wunderthätigkeit, ſein Leiden, ſein Bluten, ſein Sterben — es iſt alles ein einziges, ein be⸗ ſtändiges Suchen geweſen. Wohl nirgends in der Schrift wird er ſelbſt und ſein Thun beſſer gekennzeichnet als in dem Bild des guten Hirten, der dem einen verlorenen Schafe nachgeht und in ſeinem Suchen nicht nachläßt, bis er es gefunden hat. So muß nun auch unſere Arbeit in der Miſſion dieſe ſuchende Hirten⸗ treue JEſu zum Vorbild haben, ſie muß immer mehr die Art eines treuen Hirten an ſich tragen, der ſein verlorenes Schäflein ſucht. Wie der HErr, ſo muß auch die miſſionirende Kirche das Verlorene ſuchen. So ziehen unſere Heidenmiſſionare hinaus und ſuchen; ſo thun auch unſere Arbeiter in der Negermiſſion: ſie gehen aus und ſuchen. Schwere Gänge und doch ſelige Gänge, denn es ſind Heilandsgänge; ſchwere Arbeit und doch ſelige Arbeit, denn es iſt Heilandsarbeit. Laßt euch erzählen von ſolcher Miſſionsarbeit, von ſolchem Suchen unſerer lieben Negermiſſionare — und freuen wir uns über ihre Selbſtloſigkeit und Liebestreue, über ihren