# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1904_S47 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) der ev.⸗luth. Synodalconferenz von Nord⸗America. 1904. 47 bis man ſo und ſo fromm geworden iſt, würde man wohl nie dazu kommen, zum Sacrament zu gehen, wie das auch unſer Luther ausſpricht; aber es muß eine Reife der Erkenntniß da ſein, eine Reife des durch Gottes Wort und Geiſt geführten und geleiteten natürlichen Verſtandes des Menſchen. Wenn nun Logenleute ſagen, ſie können das Sündliche der Zugehörig⸗ keit zur Loge nicht einſehen, wo nach Gottes Wort klar iſt, daß die Zuge⸗ hörigkeit ſündlich iſt, dann muß man gewiß in manchen Fällen von ſolchen Leuten ſagen, daß ihnen die nöthige Reife der für einen würdigen Sacra⸗ mentsgenuß nöthigen Erkenntniß noch fehlt, daß ſie ihnen abgeht, und ſie ſchon darum vom Tiſche des HErrn fernzuhalten ſind. Sie gehören dann unter die Kinder, unter die Unmündigen. Wie wir den Kindern das heilige Abendmahl nicht eher reichen, als bis ſie einigermaßen zum Verſtändniß ihres Taufbundes gelangt ſind, ſo können wir es auch den Logenleuten nicht reichen. Wir müſſen ſagen, daß ſie es ſelbſt ausſprechen mit ihrem „Wir ſehen das nicht ein!“ daß ſie noch nicht verſtehen, was es heißt, daß ſie ent⸗ ſagt haben und entſagen müſſen dem Teufel und allen ſeinen Werken und all ſeinem Weſen, und daß JEſus Chriſtus ihr HErr ſei. Das heißt, alles verlaſſen und ihm nachfolgen. — Sie gehören unter die Kinder und bedürfen Milch und nicht ſtarke Speiſe. Die heiligen Apoſtel machen einen Unterſchied zwiſchen Milch und ſtarker Speiſe unter dem, was ſie lehren. Was da auf die eine und was auf die andere Seite gehört, das ſetzen ſie uns nicht weiter aus einander, aber daß die Lehre vom würdigen Genuß des heiligen Abend⸗ mahls zur ſtarken Speiſe gehört, iſt wohl klar. Dazu iſt das Sacrament des Altars, wo Chriſtus den Seinigen ſeinen Leib zu eſſen und ſein Blut zu trinken gibt, wo der Unwürdige ſchuldig wird am Leib und Blut Chriſti, das höchſte und heiligſte Gut, das Chriſtus ſeiner Kirche auf Erden ge⸗ geben hat. Sehen wir darum bei den Logenleuten, daß ſie mit ihrem Bekenntniß, daß ſie das Sündliche der Zugehörigkeit zur Loge nicht einſehen können, ihre Unfähigkeit, dem Gebot der Selbſtprüfung nachzukommen, ſelbſt offenbar machen, ſo dürfen wir, wenn ſie von uns Sacramentsgemeinſchaft begehren, wohl anwenden, was die heiligen Apoſtel von Milch und ſtarker Speiſe ſagen. Gerade da, wo der heilige Schreiber im Hebräerbrief von dem hohen⸗ prieſterlichen Amte Chriſti redet, ſchreibt er Cap. 5, 11—14.: „Davon hätten wir wohl viel zu reden, aber es iſt ſchwer, weil ihr ſo unverſtändig ſeid. Und die ihr ſolltet längſt Meiſter ſein, bedürfet ihr wiederum, daß man euch die erſten Buchſtaben der göttlichen Worte lehre, und daß man euch Milch gebe und nicht ſtarke Speiſe. Denn wem man noch Milch geben muß, der iſt unerfahren in dem Worte der Gerechtigkeit; denn er iſt ein junges Kind. Den Vollkommenen aber gehört ſtarke Speiſe, die durch Gewohnheit haben geübte Sinne zum Unterſchied des Guten und des Böſen.“ Wir müſſen über ſie klagen wie Paulus 1 Cor. 3, 1. 2.: „Und ich, lieben Brüder, konnte nicht mit euch reden als mit Geiſtlichen, ſondern als