# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1904_S45 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) der ev.⸗luth. Synodalconferenz von Nord⸗America. 1904. 45 ſo hat auch die Gemeinde etwas wider ihn. Sie kann und darf es nicht dulden, daß ihre Glieder auf Nebenaltären opfern. Die Gemeindegliedſchaft hat ihren Grund in dem Bekenntniſſe Einer Lehre und Eines Glaubens, und ehe ſie wieder mit dem Bruder in Sacramentsgemeinſchaft ſteht, muß entſchiedener, thatſächlicher Bruch mit der Loge gefordert werden und eingetreten ſein. Da heißt es aber oft: „So ſteht die Gemeinde nicht. Der Paſtor will die Logenleute nicht. Der Paſtor iſt arg gegen die Logen. Die Ge⸗ meinde würde gar nichts dagegen haben, wenn ein Logenmann zum heiligen Abendmahl zugelaſſen würde. Von einem ‚etwas wider ihn haben‘ von Seiten der Gemeinde kann nicht die Rede ſein!“ Dürfte eine ſolche Stellung der Gemeinde, wie ſie wohl leider nicht gar ſo ſelten vorhanden iſt, abgeſehen von allem andern, was ſonſt dawider ſpricht, einen rechtgläubigen gewiſſenhaften Paſtor veranlaſſen, einem Logen⸗ bruder das Sacrament zu reichen? Hier tritt ein, wovor der Apoſtel 1 Cor. 10, 16. ff. warnt. Die Gemeinde würde geärgert werden. Einer ſolchen Gemeinde fehlt es offenbar an der rechten Erkenntniß. Sie erkennt nicht das gottwidrige Weſen der Loge, oder ſie erkennt nicht, wie eine rechtgläubige Gemeinde gegen ſolches Weſen um Gottes und ſeines Wortes willen handeln und auftreten muß. Oft mögen es auch andere Gründe ſein. Die Logen⸗ leute, um die es ſich handelt, ſind einflußreiche, wohlhabende Leute, die viel thun zur Erhaltung der Gemeinde. Man möchte ſie nicht gekränkt ſehen, oder ſie gar verlieren, und will darum einer Sacramentsverweigerung nicht beipflichten. Darf nun die Rückſicht auf die Gemeinde den Prediger be⸗ ſtimmen, von der Verweigerung Abſtand zu nehmen? Das wäre eine falſche Rückſicht. Wie geſagt, hier würde die Gemeinde geärgert werden, ſie würde noch ärger gemacht werden, als ſie ſchon iſt. In ihrer Erkenntniß von dem Verwerflichen des Logenweſens würde ſie nicht gefördert werden, im Gegentheil, ſie würde in ihrer Meinung beſtärkt werden, daß es mit dem Logenweſen nicht ſo ſchlimm ſei, wie es immer durch die Paſtoren hingeſtellt wird, wenn ſie ſieht, daß ein Logenbruder Theil haben kann an den höchſten Gütern der Kirche. Von ihrer verwerflichen Praxis, ein Auge zuzudrücken, wo es vortheilhaft erſcheint, die Perſon anzuſehen, wenn es Nutzen bringt, wo nach Gottes Willen ohne Anſehen der Perſon gerichtet werden ſoll, würde ſie nicht zurückgeſchreckt, nein, ſie würde geradezu dazu ermuthigt. Eine ſolche Gemeinde ſteuert einem falſchen Kurs entgegen, und dem muß abgeholfen werden, wenn die Gemeinde nicht verderben ſoll. Ein Paſtor, der in eine ſolche Gemeinde kommt, muß treue Lotſendienſte thun. Er muß dem Lotſen gleichen, der auf ein Schiff kommt und ſieht, daß das Schiff einen falſchen Kurs eingeſchlagen hat und falſch geſteuert worden iſt, und der nun mit ruhiger und feſter Hand das Steuer ergreift, das Rad herumwirft und das Schiff in die rechte Bahn bringt, ſo daß es ſicher zum Ziele gelangt. Der Kirche Ziel iſt, rechte Jünger zu ſchaffen, und das ſind ſolche, die ſich halten zu Chriſti Rede, die die Wahrheit erkennen und die die Wahrheit frei