# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1904_S44 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 44 Verhandlungen der zwanzigſten Verſammlung Geht man als Logenbruder zum heiligen Abendmahl, ſo ſagt man damit der Loge, daß ihre Lehren neben den Lehren des Evangeliums ſtehen bleiben können, und umgekehrt. Man ſagt: Es iſt beides recht, das, was die Logen lehren, und das, was das Evangelium lehrt. Man ſteckt mitten im Geiſt der Loge drin, die alle Unterſchiede will fallen ſehen, die alles mit ihrer Bruderliebe vereinigen und verbinden will, keinen Unterſchied im Glauben und im Bekenntniß kennend, wie die Oddfellows es ausſprechen. Ein Abendmahlsgang eines Logenbruders iſt nicht ein Bekenntniß zur wahren Lehre des Evangeliums wider die Loge, ſondern umgekehrt ein Bekenntniß zum Logenweſen wider das Evangelium, das uns jegliche Gemeinſchaft mit den unfruchtbaren Werken der Finſterniß — ein ſolches Werk iſt aber die Logenlehre — verbietet und das Strafen derſelben fordert. Ein Logen⸗ bruder, der zum Tiſche des HErrn gehen will und des HErrn Tod verkün⸗ digen muß und dies auch thun will, kann dies nur in der Weiſe thun, daß er der Loge den Rücken wendet, das Band mit ihr zerſchneidet und ihr ſeine Zugehörigkeit kündigt. Und ſolches muß geſchehen, bevor er zum heiligen Abendmahl geht. Der HErr ſagt Matth. 5, 23. 24.: „Darum, wenn du deine Gabe auf den Altar opferſt und wirſt allda eindenken, daß dein Bruder etwas wider dich habe, ſo laß allda vor dem Altar deine Gabe und gehe zuvor hin und verſöhne dich mit deinem Bruder, und alsdann komm und opfere deine Gabe.“ Ein Abendmahlsgaſt muß ein bußfertiger Menſch ſein, das heißt, er muß ſeine Sünden von Herzen bereuen und an die Vergebung ſeiner Sünden um JEſu Chriſti, ſeines Heilandes, willen glauben. Aber einen bußfertigen Sünder, der nicht auch den ernſtlichen Vorſatz hätte, ſein ſündliches Leben zu beſſern, gibt es nicht. Der bußfertige Säufer will nicht mehr ſaufen, das iſt ſein ernſtlicher, durch den Heiligen Geiſt gewirkter Wille. Der Nei⸗ diſche will nicht mehr ſcheel ſehen, ſondern dem Nächſten gönnen, was Gott demſelben beſchieden und ihm vielleicht verweigert hat. Nach Matth. 5, 23. aber können die Verhältniſſe ſo liegen, daß ein einfacher Vorſatz, etwas zu beſſern, nicht genügt. Es kann etwas vorliegen, was durch eine That oder durch ein Wort abgeſtellt werden muß. Es kann da etwas ſein, was nicht in Ordnung iſt und erſt in Ordnung gebracht werden muß. Und dieſes muß geſchehen, bevor der Abendmahlsgenuß ſtattfindet. Ein Bruder, die Gemeinde mag etwas wider den Bruder haben. Dem betrogenen oder be⸗ ſtohlenen Bruder muß das entwendete Gut zurückerſtattet werden. Die Gemeinde, vor der eine Sünde offenbar geworden, muß von der Bußfertig⸗ keit unterrichtet werden. Wer ſein Weib verließ, muß zu ihr zurückkehren. Wer ſich mit der Loge verband, muß erſt von ihr ausſcheiden. Durch den Anſchluß an die Loge, einerlei ob er mit oder ohne Eidesleiſtung geſchehen iſt, iſt um der falſchen Lehre willen, die die Loge treibt, ein Band geſchloſſen worden, das erſt gelöſt werden muß, ehe man dazu fähig iſt, des HErrn Tod zu verkündigen. Hat ein Glied der Gemeinde ſich einer Loge angeſchloſſen,