# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1904_S43 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) der ev.⸗luth. Synodalconferenz von Nord⸗America. 1904. 43 ſagt, daß er Vergebung der Sünden hat und an ihm nichts Verdamm⸗ liches iſt, weil er in Chriſto JEſu iſt. Solches kann nimmer da geſchehen, wo offenbares Antichriſtenthum iſt. Da iſt man nicht in Chriſto JEſu. Da wirft die Kirche ihre Perlen vor die Säue. Die chriſtliche Kirche kann den Vertretern des Logenweſens keine Sacramentsgemeinſchaft gewähren. Doch da kommt uns wieder der oft gemachte Einwurf: „Ich ſtimme dem ja durchaus nicht zu, was die Loge da lehrt. Ich glaube an den HErrn Chriſtum und daß ich ein armer Sünder bin und allein durch ihn Vergebung meiner Sünden habe. Ich nehme auch nicht Theil an den Ver⸗ ſammlungen der Loge und ihren ſonſtigen Veranſtaltungen. Ich bezahle nur meine Beiträge, um im Falle von Noth und Tod für mich und die Meinigen eine kleine Unterſtützung zu haben. Das iſt alles.“ — Nun ſteht es in der Theorie ſo, daß jeder, der Glied einer Gemeinſchaft iſt, alles mit⸗ treibt, was dieſe Gemeinſchaft treibt, mitverantwortlich iſt für alles, was dieſelbe anſtellt, ſich mitbekennt zu allem, was ſie als ihre Principien erklärt. So iſt jedes Glied einer Loge ein Vertreter ihrer moraliſchen Erziehungs⸗ methode, ein Mitbekenner ihrer rationaliſtiſchen Lehren. In der Theorie! Kann es aber nicht ſein, daß in der Praxis es ſich ſo verhält, daß jemand in die Loge hineingerathen und perſönlich doch noch ein Chriſt, in ſeinem in⸗ wendigen Menſchen unberührt geblieben iſt von dem Gift, das in der Loge ausgeſpritzt wird? Wir dürfen dieſe Frage gewiß ruhig mit Ja beant⸗ worten, ebenſo wie wir mit Ja antworten würden, wenn uns jemand fragen würde, ob wir glaubten, daß es in der Kirche des Antichriſten wahrhaft gläubige Chriſten gebe. Ja hier und Ja dort. Aber Nein hier und Nein dort, wenn es ſich um Zulaſſung zum heiligen Abendmahl handelt. Hören wir die Schrift. Es heißt 1 Cor. 11, 26.: „So oft ihr von dieſem Brod eſſet und von dieſem Kelch trinket, ſollt ihr des HErrn Tod verkündigen, bis daß er kommt.“ Der Abendmahlsgang iſt ein Bekenntnißact. Der Abendmahls⸗ gaſt verkündet den Tod Chriſti, preiſt Chriſti Leiden und Sterben als die einzige Quelle alles Heils und aller Seligkeit; er bekennt ſich mit ſeinem Abendmahlsgenuß zu der wahren reinen Lehre von der Gerechtigkeit aus Gnaden im Gegenſatz zu aller falſchen Lehre. „Ja“, ſagt da ein Logen⸗ bruder von der Geiſtesart, wie wir ſie vorhin haben reden laſſen, „meine Logenmitbrüder dürfen das alle wiſſen, daß ich zum heiligen Abendmahl gehe. Ich will es damit vor ihnen allen bezeugen, daß ich ihre Lehren nicht anerkenne, daß ich mich zu Chriſto und zu ſeinem Blut bekenne!“ Das mag einen Schein von Wahrheit an ſich haben, daß man ein Bekenntniß wider die Loge ablegt, wenn man zum heiligen Abendmahl geht. Aber es iſt nur ein ſehr ſchwacher Schein, der ſofort verfliegt, wenn man die Sache im rechten Lichte betrachtet. Will man der Logenlehre gegenüber die Wahrheit der Lehre des Evangeliums bekennen, ſo kann man das nur, indem man ihre Lehre verurtheilt und verdammt, ihr einfach ihre Exiſtenzberechtigung abſpricht.