# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1904_S39 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) der ev.⸗luth. Synodalconferenz von Nord⸗America. 1904. 39 religiöſen Richtung ſein wollen, ſind ſie vom Freimaurer bis zum Hermanns⸗ ſohn Deiſten und vertreten eine religiöſe Richtung, und zwar eine anti⸗ chriſtliche. Aber von dieſem Geſichtspunkte aus gegen die Logen zu operiren, mag bei den Freimaurern, Oddfellows und etlichen andern mit Erfolg betrieben werden können, wird aber bei vielen andern Logen und in vielen Fällen ſehr ſchwer und erfolglos ſein. Die Thatſache des Vorhandenſeins deiſtiſcher An⸗ ſchauungen, wenn ſie nicht direct ausgeſprochen ſind, wird dem Gegner nie zu⸗ geſtanden, ſondern ſtets abgeſtritten werden, wenn der Kampf um die Exiſtenz⸗ berechtigung geführt wird. Dem einzelnen Logengliede wird man damit oft nicht beikommen können, und er wird ſich entſchieden dagegen verwahren, daß bei ihm, in ſeiner Loge, Religion getrieben wird. Das aber kann keiner abweiſen — was freilich auf dasſelbe hinauskommt —, daß die Logen moraliſche Erziehungsinſtitute ſind, die Moral lehren, fordern, treiben und ihre Verheißungen daran knüpfen und darum dem Chriſtenthum und Chriſto den Rücken kehren, ja, die Feindſchaft erklären. Solches Moral⸗ treiben iſt natürliche Religion im Gegenſatz zur geoffenbarten wahren chriſt⸗ lichen Religion. — So weit die Ausführungen des Referenten. Im Verlaufe der Debatte wurden noch folgende Bemerkungen gemacht: Wir ſollen den Gegenſatz hervorheben, daß die Freimaurerloge bis auf dieſen Tag den Zweck hat, die Kirche zu erſetzen und abzuſchaffen. Dies iſt darum ſo wichtig, weil im Kampfe gegen die Logen eigentlich nur der Hin⸗ weis auf deren religiöſe Seite den Ausſchlag gibt. Sie lehren alle mit ein⸗ ander eine andere Religion als die Religion Chriſti, ja, eine Religion ohne Chriſtum. Sie lehren einen Weg zum Himmel, der an Chriſto vorbeiführt. Darauf dürfen wir uns nicht einlaſſen, daß einzelne Logenglieder ſagen, die von uns erbrachten Belege über die Natur der Logen entſprächen nicht der Wahrheit. Wollen ſie dieſe Behauptung feſthalten, ſo dürfen wir von ihnen fordern, daß ſie den Nachweis führen. Thun ſie das nicht, ſo müſſen wir bei dem bleiben, was wir vor Augen haben. Man darf ſich nicht dadurch verblüffen laſſen, wenn die Logenglieder behaupten, die uns vorliegenden Publicationen ihrer Rituale ꝛc. ſeien unecht, da wir glaubwürdige Zeugniſſe haben, daß die Nachdrucke, die wir beſitzen, mit den echten Büchern völlig übereinſtimmen. Daß die einzelnen Logen etwa gewiſſe Dinge nicht thun, was der Bund ſonſt treibt, entſchuldigt die einzelne Loge nicht. Man beurtheilt mit Recht die einzelne Loge nach dem, was die Geſammtloge treibt und will. So ſteht es auch mit den einzelnen Logengliedern. Wenn ein ſolches Glied etwa auch loſer mit der Loge zuſammenhängt als andere, ſo macht das ſchließlich keinen Unterſchied. Die allgemeinen Grundſätze ſind von den Logen niemals widerrufen worden und werden immer anerkannt bleiben. Etwaige Veränderungen im