# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1904_S36 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 36 Verhandlungen der zwanzigſten Verſammlung was ſie erreichen kann, erreichen muß und erreicht, iſt ein eingeſchläfertes, betäubtes Gewiſſen, das nicht mehr daran denkt, wie dem zukünftigen Zorn des großen Gottes zu entrinnen. Luther ſchreibt von derartigen Leuten: „Alſo ſind viel, auch feiner, ehrlicher, gelehrter und ſonſt rechtſchaffener Leute, die . . . bleiben alle in dem gemachten Gewiſſen. . . . Denn der Deckel iſt zu ſchön und blendet zu ſehr, daß ſie niemand darf anders ſchelten, denn rechtſchaffene und fromme Leute. Da werden dann zuletzt verſtockte Herzen aus, die ſich ſtärken und verhärten in dem giftigen Laſter und eine Sünde wider den Heiligen Geiſt, . . . daß es nicht will Sünde noch böſe ſein, ſondern ſoll eine Tugend heißen. Welches heißt Gott ins Maul geſchlagen und Lügen geſtraft in ſeinem Wort." (St. L. Ausg. VII, 436. 182.) Und doch finden ſich bei manchen Logen die Bibel und gottesdienſtliche Uebungen: die Bibel, die Chriſtum lehrt und die ewige Seligkeit über alles ſetzt, die nur die Eine Hauptſorge, die des Seligwerdens, kennt; gottesdienſt⸗ liche Uebungen, die als höchſtes Ziel die Vereinigung mit Gott, die Gemein⸗ ſchaft mit Gott anſtreben. Wie viel es mit Bibel und gottesdienſtlichen Uebungen auf ſich hat, wie ihr Gebrauch eitel Mißbrauch iſt, wie ſchließlich alles nur auf die Zeit berechnet iſt, wie trotz des geforderten Gottesglaubens und gelegentlicher Ewigkeitsgedanken auch da, wo dieſes geſchieht, vor allem und als Hauptſache irdiſche Glückſeligkeit in Frage kommt, ſprechen recht klar und deutlich die Freimaurer aus, die zugegebenermaßen mehr Religion treiben als irgend eine andere der vielen Logen. Der 33. Grad des Frei⸗ maurerthums enthält folgende Auslaſſungen: „Das Freimaurerthum verlangt nicht von uns, unſere Herzen loszureißen vom irdiſchen Leben, als einem leeren, flüchtigen, werthloſen, und dieſelben an den Himmel zu hängen, als die einzige Sphäre, werth der Liebe des Lie⸗ benden und des Sinnens des Sinnenden, des Weiſen. Der Menſch iſt in dieſe Welt geſandt, nicht um beſtändig zu ſeufzen nach einem andern Leben, zu träumen von einem andern Leben, ſich vorzubereiten auf ein anderes Leben, ſondern um ſeine Pflicht zu thun und ſeine Beſtimmung hier auf Erden zu erfüllen, alles zu thun, was in ſeiner Macht liegt, es zu vervollkommnen, es zu einem Ort der Glückſeligkeit zu machen für ſich ſelbſt, für die Menſchheit um und nach ihm. Sein Leben hier iſt ein Stück ſeiner Unſterblichkeit; und dieſe Welt ſteht auch unter dem Sternenhimmel. . . . Das Unſichtbare kann keinen höheren Platz in unſern Wünſchen einnehmen als das Sichtbare und Familiäre. Das Geſetz unſers Daſeins iſt Liebe zum Leben und zu dem, was es intereſſant und ſchön macht, Liebe zur Welt, in welche unſer einer iſt hin⸗ eingeworfen, verknüpft mit irdiſchen Intereſſen und Neigungen." (“Morals and Dogma of the Ancient and accepted Scottish rite of Freemasonry, prepared for the supreme council of the 33. degree, for the southern jurisdiction of the United States, and published by its Authority.” Charleston, A. M. 5641.)