# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1904_S33 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) der ev.⸗luth. Synodalconferenz von Nord⸗America. 1904. 33 ſchränkt). Sollte bei ſolch wichtigem und hohem Zweck nicht jeder willig das Seinige thun? (Hier der hohe Zweck, andern zu helfen, gleich darauf der Zweck, ſelbſt Hülfe zu erlangen, als treibende Urſache genannt.) Indem er andern hilft, findet er ſelbſt ſeine Hülfe. (Ein Anklang an das Schriftwort: „Gebet, ſo wird euch gegeben": dort eine göttliche Verheißung, der wir uns getröſten ſollen, wenn wir weggeben an den Nothleidenden und nichts mehr für uns vor Augen ſehen, hier ein durch geſchäftliche Abmachung berechtigter Anſpruch. Daß ſolche Lehren keine Veredelung des Charakters, kein innerer Fortſchritt ſind, braucht nicht erſt geſagt zu werden.) Trennungen, welcher Art ſie auch ſein mögen, kennen wir nicht, Zank und Neid, Haß und Streit bekämpfen wir (hier wird Moral gelehrt und gepredigt, die Ausübung einer moraliſchen Erziehung durch die Loge conſtatirt, moraliſches Leben gefordert, die Ver⸗ heißung gegeben und durch das „kennen wir nicht" verſiegelt, zur Beſeitigung ſolcher Dinge, die das irdiſche Glück ſtören, beizutragen), und vorkom⸗ mende Mißhelligkeiten werden nach Humanitätsprincipien (wohl entweder nach allgemein anerkannten oder nach ſolchen, die die Loge ſich ſelbſt ſetzt, jedenfalls nicht nach der Schrift) von uns ſelbſt ge⸗ ſchlichtet (das „von uns ſelbſt" und dazu der oben mit aufgezählte Neid deuten an, wie weit die Loge ihre erzieheriſche Thätigkeit ausdehnt). Durch gegenſeitiges freies und gleiches Recht (die Bruder⸗ ſchaft und die damit verbundenen Vortheile) gezeugte Freundſchaft (die Bruderſchaft alſo die Quelle), durch Wohlthun erzeugte Liebe (alſo nicht die vom Heiligen Geiſt in den an Chriſtum Gläubigen gezeugte) kämpfen wir gemeinſam den Kampf des Lebens, welchen uns die Treue durch nie verſagende Theilnahme (die thätige Liebe und Hülfeleiſtung iſt begrenzt; wo ſie aufhört, ſetzt die leere Theilnahme ein) der Brüder erleichtert. (Alſo wieder ein Hinweis darauf, daß die Bruderſchaft und was damit verbunden iſt, beitragen ſoll, das Leben angenehm und leicht zu geſtalten.) Was können wir nun auf Grund ſolcher Auslaſſungen als das eigent⸗ liche Weſen des Logenweſens conſtatiren? Es iſt dies: Die Logen wollen moraliſche Erziehungsinſtitute ſein. Sie fordern Moral. Sie lehren Moral. Sie gründen die Bruderſchaft auf Grund der und zur Erreichung der geforderten und gelehrten Moral. Sie verheißen bei Erfüllung ihrer Moral irdiſche Glückſeligkeit. Die Logen fordern Moral, aber ihre Moral taugt nichts. Sie nennen ſich Wohlthätigkeitsinſtitute und geben. Wohlthätig ſein gehört ins Gebiet der Moral. Wie iſt nun ihre Wohlthätigkeit beſchaffen? Arme und Kranke ſind ausgeſchloſſen. Kann einer nichts mehr bezahlen, ſo wird er aus der