# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_November 1858_S324 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 324 Ströbel und „Lehre und Wehre.“ tungen in den reinen Evangelischen Kirchen entstanden“ waren. War es nun damals dem Geiste der lutherischen Kirche nicht entgegen, wenn man zu dem Zwecke, die über das wahre Verständniß der Augsburgischen Confession entstandene Uneinigkeit zu heben, nicht nur schriftlich die Wahrheit bezeugte, sondern auch Convente, Colloquien und Conferenzen anstellte, so dürfte es wohl auch jetzt dem Geiste unserer Kirche nicht widerstreiten, zu gleichem Zwecke ähnliche Conferenzen anzustellen. Ja, wir müssen gestehen, wir können uns kaum etwas unlutherischeres denken, als einem Lutheraner ein Gewissen über ein solches Adiaphoron machen zu wollen. Es ist ja freilich wahr, der Kirche durch allerlei menschliche Mittel, durch großartige Demonstrationen, durch nach Effect haschende Redereien, durch Transactionen und Compromisse mit den Feinden der reinen Lehre, durch äußerliche Conföderationen gegen einen gemeinsamen Feind bei bleibender innerer Glaubensverschiedenheit und dergl. helfen zu wollen, ist abgöttisches Menschenthun: aber zusammenkommen, um gemeinschaftlich das Bekenntniß der Kirche zu lesen, sich über den wahren Sinn desselben zu verständigen und zu einigen und sich gegenseitig im Glauben an die darin bekannte seligmachende Wahrheit zu stärken, das ist, weit entfernt ein eigenerwählter, Gott in seine Regierung greifender Menschenweg zu sein, vielmehr ein unveräußerliches Christenrecht, ja nach unserer festesten Ueberzeugung, in einer Zeit, wie die unsrige, und in Verhältnissen, wie die hiesigen, eine heilige Christenpflicht. Dies zur Sünde machen, ist jedenfalls ein Angriff auf unsere theure Christenfreiheit, die wir uns nimmermehr rauben lassen werden, der Angriff komme aus welchem Lager es auch sein möge. Ist es recht, über den wahren Sinn eines vielfach verdrehten, gemißdeuteten und mißverstandenen kirchlichen Bekenntnisses zu schreiben, worin soll dann das Unrecht liegen, wenn man hiervon auch redet? Ist jenes kein Selbstmachenwollen dessen, was Gott thun will, da Gott eben durch das Wort seine Kirche regiert, warum sollte es dieses sein? Ist das geschriebene und geredete Wort nicht Ein Wort? Zwar ruft Ströbel aus: „Welch Rennen und Laufen, welch Anzeigen, Berichten, Vorschlagen „„über die Gegenstände, Form, Zeit, Ort u. s. w.,““ welche gewaltige Vielgeschäftigkeit durch den ganzen Jahrgang 1856!“ Allein hier benutzt Ströbel offenbar nur den von ihm selbst gemachten Schein dazu, eine Sache odiös zu machen, gegen die er mit Vorurtheil eingenommen ist. Oder sollte das eine „gewaltige Vielgeschäftigkeit“ documentiren, wenn über eine abzuhaltende Conferenz, wie das die Natur der Sache mit sich bringt, in einigen Heften einer Zeitschrift erst einige „Anzeigen, Anfragen, Berichte und Vorschläge“ sich finden? Nach Abhaltung der ersten Conferenz haben wir bis diese Stunde etwa zwei⸗ oder dreimal einige wenige Worte darüber gesprochen; ist das „gewaltige Vielgeschäftigkeit“? Wenn so, dann trifft dieser Vorwurf Luthern wahrlich mehr, als uns, wenn wir an die vielen Schreiben desselben denken, durch die einst jene Conferenz eingeleitet worden ist, welche die Wittenberger Concordie zu ihrem Resultate hatte. Wenn Ströbel endlich, unsere Conferenz betreffend, schreibt: „Wollte