# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1904_S26 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 26 Verhandlungen der zwanzigſten Verſammlung dienſtliche Uebungen nichts Weſentliches am Logenweſen ſind. Das Trachten nach Gemeinſchaft, Umgang, Verkehr mit Gott hat nichts mit dem eigent⸗ lichen Weſen der Loge zu thun. Wenn in einem Hauſe, in einer Familie Gott gedient wird, ſo wird dies im Familienleben wohl manches anders geſtalten als in andern Familien, aber am Weſen der Familie ändert dies nichts; die Familie iſt, was ſie als Familie vorſtellt, mit wie ohne gottesdienſtliche Uebungen. Nun ſteht es für uns feſt, daß das Treiben gottesdienſtlicher Uebungen Sache der Kirche, der einzelnen Perſon, und nicht Sache irgend eines Vereines innerhalb oder außerhalb der Kirche iſt. Die Logen, die ſolches treiben, ſind uns deshalb, ſobald ſie dies treiben, einerlei ob es Wahres oder Falſches iſt, verwerflich und wir verurtheilen ſie um ihrer gottesdienſtlichen Veran⸗ ſtaltungen willen. Es könnte aber immerhin noch der Fall ſein, daß, wenn die Logen auch dies noch fallen ließen, wir ſie anerkennen könnten und an ihnen nichts auszuſetzen hätten, daß wir alſo zu dem Schluß kämen: „An Logen, die keinen Eid fordern, die keine gottesdienſtlichen Uebungen veran⸗ ſtalten, haben wir nichts auszuſetzen." Iſt es ſo? Bei weiterer Prüfung ihrer Rituale fällt uns ihre Geheim⸗ thuerei und Geheimhalterei auf. Sie nennen ſich ſelbſt „geheime Geſell⸗ ſchaften". Man wird dabei mehr oder weniger an die bei den alten Griechen — ſpäter auch bei den Römern — üblichen Myſterien erinnert. Dieſe Myſterien waren bekanntlich nur Eingeweihten zugängliche geheime Culte, denen objectiv das Geheimnißvolle, ſubjectiv eine beſondere Annäherung an die Götter und das Göttliche eigen war. Die Aufnahme geſchah mit feier⸗ licher Weihe, unter Abnahme des Eides der Verſchwiegenheit und Durch⸗ gehen durch verſchiedene Grade. Wie wir dies bei den Logen wiederfinden, ſo auch das Symboliſche und Allegoriſche in Altären, Abzeichen und Em⸗ blemen. Solche Symbole ſind zum Theil direct den bei den altheidniſchen Myſterien üblichen entnommen, ſonderlich bei den Freimaurern und Odd- fellows, z. B. die Fackel, der Blumenkorb der Demeter, das Hirſchkalbfell, der Zirkel, Spiegel, Kreiſel und andere mehr. Den dramatiſchen Auf⸗ führungen aus der Göttergeſchichte iſt z. B. nachgebildet die bei den Odd- fellows übliche dramatiſche Vorführung der Geſchichte des barmherzigen Samariters. An die älteſten Myſterien, die eleuſiniſchen, die hinter der Verehrung der Demeter, Perſephone und des Dionyſos eigentlich die Ver⸗ ehrung der gewaltig ſchaffenden Naturkraft verbergen, werden wir ganz be⸗ ſonders durch das Ritual der Modern Woodmen erinnert. Da findet ſich die Urne, der Gebrauch von Holz und Eiſenſtücken, Trinken von Waſſer und Eſſen von Früchten und anderes mehr. Wir müſſen aber zugeben, daß das Sichanlehnen an und Bezugnehmen auf, ja, gerade Ableitenwollen von den geheimen Geſellſchaften des grauen Heidenthums ſich nur bei einigen Logen findet. Das Geheimnißvolle, der Gebrauch von Symbolen, verſchwindet bei etlichen Logen faſt ganz, und es