# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1904_S20 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 20 Verhandlungen der zwanzigſten Verſammlung Sünder nicht ſoll laſſen zum Sacrament oder ander Gemeinſchaft der Kirchen kommen, bis ſie ſich beſſern und die Sünde meiden. Und die Prediger ſollen in dieſe geiſtliche Strafe oder Bann nicht mengen die weltliche Strafe." (Müller, S. 323.) Desgleichen ſagt die Augsburgiſche Confeſſion (Art. XXVIII: De potestate ecclesiastica): „Derhalben iſt das biſchöfliche Amt nach gött⸗ lichen Rechten: das Evangelium predigen, Sünd vergeben, Lehr urtheilen und die Lehr, ſo dem Evangelio entgegen, verwerfen, und die Gottloſen, deren gottlos Weſen offenbar iſt, aus chriſtlicher Gemeinde ausſchließen, ohn menſchliche Gewalt, ſondern allein durch Gottes Wort." Die Urſache, um welcher willen jemand zum heiligen Abendmahl nicht kann zugelaſſen werden, liegt alſo nicht in ſeiner Sünde, nicht in der Art der Sünde, der Größe der Sünde, der Menge der Sünden — denn dieſes Mahl iſt ein Eſſen und Trinken zur Vergebung der Sünden —, ſondern ſie liegt in der Stellung, die der Betreffende zu der Sünde einnimmt. Keine Sünde noch Sündenheer iſt ſo ſchwer und groß, daß ſie einen Sünder vom Genuß des heiligen Abendmahls ausſchließen müßte; und umgekehrt, keine Sünde iſt ſo gering, daß ſie den Sünder nicht vom Sacrament ausſchließen könnte. Die Unbußfertigkeit allein macht unwürdig, weil ſie das Verdienſt Chriſti nicht hat, in dem allein die Würdigkeit liegt. Macht die Unbuß⸗ fertigkeit unwürdig, ſo fordert offenbare Unbußfertigkeit Verweigerung des Sacraments durch den Haushalter über die göttlichen Geheimniſſe. Dabei iſt noch zu bemerken, daß noch nicht offenbare Bußfertigkeit unter Umſtänden einen Aufſchub des Abendmahlsganges nöthig machen kann. „Derhalben", heißt es im Großen Katechismus, „ſoll man die Leute unterſcheiden. Denn was freche und wilde ſind, denen ſoll man ſagen, daß ſie davonbleiben; denn ſie nicht geſchickt, Vergebung der Sünde zu empfahen, als die ſie nicht begehren, und ungern wollten fromm ſein. Die andern aber, ſo nicht ſolche rohe und loſe Leute ſind und gern fromm wären, ſollen ſich nicht davon ſondern, ob ſie gleich ſonſt ſchwach und gebrechlich ſind, wie auch St. Hilarius geſagt hat: ‚Wenn eine Sünde nicht alſo ge⸗ than iſt, daß man jemand billig aus der Gemeine ſtoßen und für einen Unchriſten halten kann, ſoll man nicht vom Sacrament bleiben, auf daß man ſich nicht des Lebens beraube.‘ Denn ſo weit wird niemand kommen, daß er nicht viel täglicher Gebrechen im Fleiſch und Blut behalte." — Die Synodalconferenz beſchloß, ſich zu den Ausführungen des Refe⸗ renten über die erſte Theſe zu bekennen. II. Das Logenweſen nach ſeinen eigenen Auslaſſungen. Es iſt uns darum zu thun, klar zu ſehen, was es bedeutet, Mitglied einer Loge zu ſein, was es mit der Logengemeinſchaft für eine Bewandtniß hat. Dazu muß man das Logenweſen kennen lernen.