# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1904_S17 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) der ev.⸗luth. Synodalconferenz von Nord⸗America. 1904. 17 Zu welchem Zweck macht der Apoſtel dieſe Darlegung? In V. 15. hat Paulus geſagt: „Als mit den Klugen rede ich, richtet ihr, was ich ſage!" Er fordert uns alſo auf, hieraus eine Lehre zu ziehen. Worauf ſoll ſich dieſe Lehre beziehen? Im vorhergehenden Verſe (V. 14.) heißt es: „Fliehet von dem Götzendienſte!" und hierauf kommt der Apoſtel in V. 20. und 21. zu⸗ rück und ſagt: „Nun will ich nicht, daß ihr in der Teufel Gemeinſchaft ſein ſollt. Ihr könnet nicht zugleich trinken des HErrn Kelch und der Teufel Kelch; ihr könnet nicht zugleich theilhaftig ſein des HErrn Tiſches und der Teufel Tiſches." Um der innigen Gemeinſchaft willen alſo, in welche die⸗ jenigen mit Chriſto treten, die ſeinen Leib eſſen und ſein Blut trinken, müſſen ſie alles meiden, was des Teufels iſt, vor allem jegliche Gemeinſchaft mit falſcher Lehre und jegliches Bleiben und Bleibenwollen in einem falſchen Wandel. — Weil aber die Gemeinſchaft ſich auch auf diejenigen erſtreckt, die zugleich mit ihnen eſſen und trinken, ſo daß ſie alle Ein Leib in Chriſto ſind, ſo erwachſen aus der Gemeinſchaft mit den Brüdern auch Pflichten gegen dieſe Brüder. Darum ſagt Paulus in V. 24.: „Niemand ſuche, was ſein iſt, ſondern ein jeglicher, was des andern iſt." Dieſe Pflicht gilt allen: μηδεὶς τὸ ἑαυτοῦ ζητείτω, ἀλλά (Luther ſetzt, um dies hervorzuheben, „ein jeglicher" hinzu) τὸ τοῦ ἑτέρου. Was für Dinge der Apoſtel hier im Auge hat, deutet er ſchon im vorhergehenden Verſe (V. 23.) an, wo er bemerkt: „Ich habe es zwar alles Macht, aber es frommet nicht alles. Ich habe es alles Macht, aber es beſſert nicht alles." Er redet von Dingen, die unterlaſſen werden müſſen. Es gibt für ihn Dinge, die ein Chriſt mit gutem Gewiſſen thun kann, wie z. B. das Eſſen des Götzenopferfleiſches in ſeinem Hauſe, wovon er hier ſpricht, es ſeien Dinge, die an und für ſich keine Sünde ſind, die aber aus Rückſicht und Liebe gegen den Mitchriſten unterlaſſen werden müſſen. Macht habe man dazu, aber ſie fromme nicht, ſie beſſere nicht. Der Nächſte möchte dadurch geärgert werden; anſtatt ihn näher zu Chriſto zu bringen, möchten ſie ihn ferne von ihm rücken, anſtatt ihn zu beſſern, ihn ſchlechter machen, anſtatt ihn von ſeinem falſchen Thun zu bekehren, möchten ſie ihn darin beſtärken. Um der innigen Gemeinſchaft willen, die durch das heilige Abendmahl geſchaffen wird, ſollen ſie alſo unterbleiben, wie das die Schrift fordert hier in V. 32. Cap. 6, 12. Röm. 14, 13. 20. 21. 1 Cor. 15, 2. und an andern Stellen. Wie aber, wenn jemand auf ſeiner Gewiſſensfreiheit beſteht, wenn er nicht einſehen kann, wie er mit ſeinem Thun jemandem ein Aergerniß geben könne, ſoll der getroſt zum heiligen Abendmahl gehen, hat der Prediger ihn unbeanſtandet zu demſelbigen zuzulaſſen? Der Apoſtel ſagt darüber weder hier noch ſonſtwo etwas direct. Aber er hat zuvor geſagt: „Als mit den Klugen rede ich, richtet ihr, was ich ſage!" Die Prediger ſollen demnach aus dieſer Auseinanderſetzung lernen, wie ſie ſich zu verhalten haben, und dann als die Klugen, klug wie die Schlangen und ohne Falſch wie die Tau⸗ ben, wie der HErr es will, handeln.