# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1904_S15 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) der ev.⸗luth. Synodalconferenz von Nord⸗America. 1904. 15 (ἀγγέλλειν), und ſo an vielen andern Stellen. Iſt das Verkündigen eine Art Darlegung, ein Aufdecken, Klarmachen, ſo wird ἀναγγέλλειν gebraucht. Chriſtus ſagt vom Heiligen Geiſt: „Von dem Meinen wird er's nehmen und euch verkündigen. Was zukünftig iſt, wird er euch verkündigen", Joh. 16, 13. 14. Vgl. Apoſt. 20, 20. 27.: nichts, was ich euch nicht verkündigt hätte; „daß ich euch nicht verkündiget hätte alle den Rath Gottes". Das Weib zu Samaria ſagt Joh. 4, 25.: „ſo wird er's uns alles verkündigen". Da und an ähnlichen Stellen ſteht ἀναγγέλλειν. — διαγγέλλειν ſteht, wo es ſich um die Verbreitung handelt, z. B. Röm. 9, 17.: „daß mein Name verkündiget werde in allen Landen". — Während nun die einfache Verkündigung des Evangeliums durch εὐαγ⸗ γελίζω, εὐαγγελίζεσθαι, z. B. Luc. 2, 10. Röm. 10, 15. u. a., ausgedrückt wird, finden wir, daß καταγγέλλειν, dem κατά entſprechend, immer da ge⸗ braucht wird, wo angedeutet werden ſoll, daß das, was verkündigt wird, im Gegenſatz zu andern Lehren ſteht, oder daß durch die Verkündigung Feind⸗ ſchaft hervorgerufen, oder daß es zum Aergerniß und zur Thorheit verkündigt, oder durch die Verkündigung Farbe bekannt wird wider Unglauben und Irr⸗ glauben. Καταγγέλλειν iſt die Verkündigung göttlicher Weisheit des Evan⸗ geliums wider alle menſchliche Weisheit, zum Trotz aller Teufelslehren. Καταγγέλλειν iſt ein Bekennen der Wahrheit wider die Lüge. Wo immer καταγγέλλειν gebraucht wird, tritt dies direct oder aus dem Zuſammenhang zu Tage. Als Paulus in Athen war, ſprachen etliche (Apoſt. 17, 18.): „Es ſiehet, als wollte er neue Götter verkündigen." „Das machte", heißt es gleich weiter, „er hatte das Evangelium von JEſu und von der Auf⸗ erſtehung ihnen verkündiget." Beide Male ſteht καταγγέλλειν. Ebenſo V. 23.: „Nun verkündige ich euch denſelbigen", den unbekannten Gott, im Gegenſatz zu all euren Göttern, als den Einen und wahren. — Die Magd mit dem Wahrſagergeiſt (Apoſt. 16, 17.) ſchreit: „Dieſe Menſchen ſind Knechte Gottes, des Allerhöchſten, die euch den Weg der Seligkeit verkündigen", καταγγέλ⸗ λουσιν. Apoſt. 17, 13. leſen wir: „Als aber die Juden zu Theſſalonich er⸗ fuhren, ὅτι καὶ ἐν τῇ Βεροίᾳ κατηγγέλη ὑπὸ τοῦ Παύλου ὁ λόγος τοῦ θεοῦ, kamen ſie und bewegten auch allda das Volk." Ebenſo an vielen andern Stellen, wie Apoſt. 4, 2. 13, 5. 26, 23. Phil. 1, 17. 18. Col. 1, 28. So auch an unſerer Stelle. Warum hier καταγγέλλειν? Der Grund iſt klar. Der Heilige Geiſt macht den Genuß des heiligen Abendmahls zu einem Acte des Bekenntniſſes gegenüber der un⸗ und irrgläubigen Welt. Der Communicant verkündigt um deſſen willen, was er ißt und trinkt, den Tod Chriſti; er bekennt, daß er glaube, daß der Tod Chriſti, der allein und nichts anderes, ihn errette von Sünde und Teufel, von Tod und Verdamm⸗ niß, daß die einzige Kraft zu einem ſeligen Sterben und gottgefälligen Leben im Blute Chriſti liege. Er bekennt ſich damit zu der einen wahren Lehre des Evangeliums von Chriſto, dem Gekreuzigten, und bekennt dieſe vor allen, die ihn zum Sacramente gehen ſehen. So ſollt ihr's thun, ſagt der