# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1904_S14 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 14 Verhandlungen der zwanzigſten Verſammlung daß er ausruft: „Wahrlich, ich ſage euch, es ſei denn, daß ihr euch umkehret und werdet wie die Kinder, ſo werdet ihr nicht in das Himmelreich kommen." Sie glauben an Chriſtum, und zwar an den ganzen Chriſtum, und alles, was er für ſie gethan und gegeben hat. Sie tröſten ſich: Er iſt für mich geſtorben und hat ſein Blut für mich vergoſſen zur Vergebung der Sünden. Das ſagt der HErr von ihnen; aber das ſagt er nicht, daß ſie ſich prüfen können, ob ſie glauben, ob ſie den Glauben haben an dieſe Worte: „Für euch gegeben und vergoſſen zur Vergebung der Sünden." Die Kinder werden getauft. Getauft werden fordert Glauben. Den haben die Kinder. Der Genuß des heiligen Abendmahls fordert vorhergehende Selbſtprüfung. Dies Vermögen ſchreibt der HErr den Kindern nicht zu. Schriebe er es ihnen zu, wie das Glauben, ſo würden wir den Kleinen das Sacrament reichen, ganz unbekümmert darum, daß unſer Verſtand ſagt, ſie können ſich ja nicht prüfen. Nun aber Chriſtus ſolches nicht ſagt, bleibt für uns ſtehen, daß ſie dazu nicht fähig ſind um ihrer kindlichen Schwachheit willen, die vor Augen liegt. So möchte vielleicht auch ein Erwachſener, der im Grunde ſeines Herzens ſein ſündliches Weſen herzlich bereut und an JEſum Chriſtum, ſeinen Hei⸗ land, glaubt, doch ſich dahin ausſprechen, ob er ſeine Sünde bereue, das wiſſe er nicht, ob er ſich JEſu, ſeines Heilandes, tröſte, das könne er nicht ſagen, und wir würden über ihn urtheilen, daß er nicht reif ſei, das Sacra⸗ ment zu empfangen, ebenſowenig wie ein in offenbaren Sünden Lebender, der erklären würde, er ſehe die Verkehrtheit und Sündhaftigkeit ſeines Thuns nicht ein. Das ſind Leute, die ſich nicht prüfen können, was der HErr von denen fordert, die zum Sacrament gehen wollen; οὕτως ſollen ſie eſſen und trinken. 1 Cor. 11, 26. ſchreibt St. Paulus: „Denn ſo oft ihr von dieſem Brod eſſet und von dieſem Kelch trinket, ſollt ihr des HErrn Tod verkündigen, bis daß er kommt." Die Verkündigung des Todes Chriſti wird hier nicht ge⸗ fordert von denen, die das Sacrament reichen, obwohl dieſe ſelbſtredend mit eingeſchloſſen ſind, ſondern von denen, die da eſſen und trinken, von den Communicanten. Was hat es mit dieſer Verkündigung für eine Bewandt⸗ niß? Wie ſoll ſie geſchehen? Wie geſchieht ſie? Worauf weiſt das: „bis daß er kommt"? Das ſind die Fragen, die ſich uns aufwerfen. Im Grund⸗ text heißt es: ὁσάκις γὰρ ἂν ἐσθίητε τὸν ἄρτον τοῦτον καὶ τὸ ποτήριον πίνητε, τὸν θάνατον τοῦ κυρίου καταγγέλλετε, ἄχρις οὗ ἔλθῃ. Καταγγέλλετε, ihr ſollt verkündigen. Gar verſchieden ſind die Worte im Grundtext, die die heiligen Scribenten da gebrauchen, wo Luther einfach verkündigen überſetzt. ἀγγέλλειν wird als Compoſitum mit ἀπό, ἀνά, διά, ἐξ, ἐπί und κατά gebraucht. Wird da nun willkürlich gewechſelt? Nein. Wo es ſich um ein einfaches Verkündigen, Wiedererzählen, Anzeigen han⸗ delt, heißt es ἀπαγγέλλειν oder ἀγγέλλειν. Zum Beiſpiel: Chriſtus ſagt nach ſeiner Auferſtehung (Matth. 28, 10.): „Gehet hin und verkündiget es mei⸗ nen Brüdern!" (ἀπαγγέλλειν); verkündigt es den Jüngern, Joh. 20, 18.