# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1904_S13 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) der ev.⸗luth. Synodalconferenz von Nord⸗America. 1904. 13 Jedoch der, der das heilige Abendmahl begehrt, muß ſich prüfen können, und wo es offenbar iſt, daß er das nicht kann, kann ihm das Sacrament um des οὕτως willen nicht gereicht werden. Davon ſchreibt Spener: „Es ſtehet aber ſolche Gewalt des Urtheils der Prediger nicht in einer Jurisdiction und eigenen Gericht über die Beicht⸗ kinder, ſondern in der Predigt des Geſetzes und Evangelii, daß ſie die Ge⸗ wiſſen informire, was zu der Tüchtigkeit zu der heiligen Communion erfor⸗ dert werde, und wie ſie ſolches an ihnen finden oder nicht; daher ſie die Concluſion mehr logice als judicialiter auf ſie machen, ob ſie, ſoviel es der Prediger erkennen kann, ſolche Tüchtigkeit haben oder nicht." Solche Fälle, wo ein Prediger logice das Urtheil fällen muß, daß jemand die Tüchtigkeit, das Sacrament des Altars zu genießen, nicht hat, können verſchiedener Art ſein. Der körperliche und geiſtige Zuſtand der be⸗ treffenden Perſonen kann und muß ſolches Urtheil fordern. So ſchreibt Gerhard von Tobſüchtigen und Wahnſinnigen, daß ſolche, „wenn ſie lichte Zwiſchenzeiten haben, vom Gebrauch des heiligen Abendmahls nicht ausgeſchloſſen werden dürfen, vorausgeſetzt, daß ſie durch nicht zu bezweifelnde Anzeichen die nöthige Selbſtprüfung an den Tag legen". Gerhard ſieht alſo wahnſinnige Leute mit Recht als ſolche an, die ſich nicht prüfen können und denen das Sacrament darum zu verweigern iſt. Haben ſie aber lichte Momente, ſo mag es ihnen gereicht werden. Er fordert aber von dem Prediger, daß er ſich von der Fähigkeit der Leute, ſich ſelbſt prüfen zu können, überzeuge. Kranken, Sterbenden, die ſchon in bewußtloſem Zuſtande ſich befinden und ſich alſo nicht mehr prüfen können, darf darum, eben weil ſie ſich nicht mehr prüfen können, das Sacrament nicht gegeben werden, mögen ſie auch ihr Lebenlang treue, aufrichtige Chriſten geweſen ſein. Es gilt, was Luther Anno 1544 an Lauterbach ſchreibt über die, die das Sacrament zu nehmen bis auf den letzten Augenblick ihres Lebens ver⸗ ſchieben. Da heißt es unter anderm: „Daß, wenn jemand das Sacrament ſo lange verſchoben, bis ihm ſchon Vernunft und Sinne mangeln, demſelben das Sacrament ebenſowenig als einem Schweine und Hunde gereicht werden kann. Denn mit dieſen kann man nicht von der Buße handeln oder ſie be⸗ fragen, was ſie glauben und thun. Uns iſt befohlen, das Heilige nicht vor die Hunde und die Perlen nicht vor die Säue zu werfen. So ermahnen wir die Unſrigen, und ſo thun wir." (XXI, 1527 f.) Luther ſieht alſo in dem Verbot Chriſti, ſolchen das Sacrament zu geben, die es offenbar unwürdig genießen, und in der Forderung des Apoſtels an die Communicanten, ſich ſelbſt zu prüfen, ein Gebot an die Prediger, nur ſolchen das Sacrament zu reichen, die ſich ſelbſt prüfen können. Es ſolchen geben, die ſich nicht prüfen können, heißt, es vor die Säue werfen. Warum reichen wir den Kindern das Sacrament nicht? Der HErr Chriſtus ſagt doch von ihnen, daß ſie an ihn glauben. Er ſtellt ſie ſo hoch,