# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1904_S9 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) der ev.⸗luth. Synodalconferenz von Nord⸗America. 1904. 9 wie wir ihn bei der Abſolution genießen, den geben wir nicht überall. Wir haben die Gewalt, es iſt unſere Gewalt, der Kirche Gewalt, die Gewalt, die Chriſtus ſeiner Kirche auf Erden hat gegeben, den bußfertigen Sündern die Sünde zu vergeben, die er ihr gegeben hat, als er ſeine Jünger anblies und zu ihnen ſagte: „Nehmet hin den Heiligen Geiſt. Welchen ihr die Sünden erlaſſet, denen ſind ſie erlaſſen." „Sei getroſt, mein Sohn, meine Tochter, deine Sünden ſind dir vergeben!" So zu Ungläubigen und Unbußfer⸗ tigen zu reden, das heißt, das Heiligthum den Hunden geben und die Perlen vor die Säue werfen. So reden wir nicht zu denen, die beide mit Lehre und Leben das Evangelium verderben. So verſteht es auch Vater Luther. Er ſchreibt: „Was ſollen wir nun dazu thun? Ihr ſollt es nicht, ſpricht Chriſtus, vor die Säue und Hunde werfen. Ja, lieber Herr, ſie haben's ja bereits. Denn dieweil es eine öffentliche Predigt iſt und in die Welt ausgeſchüttet, ſo können wir nicht wehren, daß ſie nicht drein fallen und zu ſich reißen. Aber ſie haben's darum noch nicht, und wir wollen's ihnen, Gott Lob, wohl wehren, daß ſie das Heiligthum nicht kriegen; die Schalen und Hülſen haben ſie wohl, das iſt, die fleiſchliche Freiheit; aber das ſei ihnen gewehrt, daß kein Hund oder Sau, er ſei ein Scharrhans, Filz oder Bauer, einen Buchſtaben vom Evan⸗ gelio kriege, ob er gleich alle Bücher lieſt, und alle Predigt hört, und läßt ſich dünken, er könne es überaus wohl. Darum iſt das die Kunſt dazu, wie Chriſtus hier lehrt, wenn wir eine ſolche Sau oder Hund ſehen, daß wir uns von ihnen ſondern, wie wir mit den Rottengeiſtern thun, und keine Ge⸗ meinſchaft mit ihnen haben und ihnen keine Sacramente reichen, keinen Troſt des Evangelii mittheilen, ſondern anzeigen, daß ſie nichts von Chriſto, unſerm Schatz, genießen ſollen. Wenn wir das thun, ſo haben wir ihnen die Perlen und das Heiligthum fein genommen. Denn es ſoll mir kein Scharrhans oder Bauer, Schwärmer oder Rottengeiſt das Evangelium oder Chriſtum haben, er ſoll mich zuvor darum fragen und mit mir halten, daß ich Ja dazu ſage, oder ein jeglicher rechter Prediger." (St. L. Ausg. VII, 597, § 38. 39.) Wir gehen über zu Matth. 5, 23. 24. Dort heißt es: „Darum, wenn du deine Gabe auf den Altar opferſt und wirſt allda eindenken, daß dein Bruder etwas wider dich habe, ſo laß allda vor dem Altar deine Gabe und gehe zuvor hin und verſöhne dich mit deinem Bruder, und alsdann komm und opfere deine Gabe." Das Verſtändniß iſt klar. Wenn du deine Gabe auf dem Altar opferſt, wenn du vor dem Angeſicht Gottes erſcheinſt, ihm zu danken, dem Gottesdienſte beiwohnen, ſeinen Namen anrufen, die heiligen Sacramente empfangen willſt, und wirſt allda eindenken, daß dein Bruder etwas wider dich habe, daß etwas zwiſchen dir und deinem Bruder iſt, ſo ſchaffe das aus dem Wege, bevor du mit deinem Gott in Verbindung trittſt. Der HErr redet hier von der nöthigen Ausſöhnung, aber mit „etwas wider dich", τὶ κατὰ σοῦ, zeigt