# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1904_S7 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) der ev.⸗luth. Synodalconferenz von Nord⸗America. 1904. 7 noch unbekannt war, nur JEſus, der Allwiſſende, wußte darum; und zum andern, daß Judas die böſe That des Verraths eben noch nicht vollbracht hatte, daß dieſelbe noch durch eine Willensänderung gehindert werden konnte. Gerhard ſchreibt: „Gewißlich ließ Chriſtus den Judas zugleich mit den Uebrigen zum Gebrauch des heiligen Abendmahls zu, wie aus Luc. 22, 20—23. geſchloſſen wird. Denn obgleich Judas ſchon damals den Lohn der Ungerechtigkeit empfangen hatte, ſo war doch dieſe ſo ſchwere Sünde Chriſto allein, keineswegs aber einem aus den Apoſteln zu dieſer Zeit be⸗ kannt; denn ſie fragen unter einander: welcher es doch wäre unter ihnen, der das thun würde, Luc. 22, 23.; daher läßt Chriſtus nach voraus⸗ gehender ernſter Warnung, daß er von jener Sünde abſtehe, Judas zugleich mit den Uebrigen zum heiligen Abendmahl zu." (Loc. th. De s. coena, § 223.) Wir ſehen alſo, daß da, wo ſein Werk und Herzenszuſtand noch nicht offenbar iſt, wo das böſe Werk des gänzlichen klaren Bruches mit dem HErrn JEſu Chriſto noch durch eine Willensänderung gehindert werden kann, Chriſtus dem Jünger, der noch äußerlich im Kreiſe der Jünger wandelt, das Sacrament nicht entzieht, ſondern ihn daran Theil nehmen läßt. Was Judas nicht ſelber kann, ſeinen Willen brechen, das will der HErr thun! Wenn Judas ſich ſelber das Gericht ißt, ſo iſt das ſeine Schuld, er hat nicht gewollt. Schlüſſe, wem das Abendmahl zu geben, wem es zu verweigern, wollen wir aus den Einſetzungsberichten der drei Evangeliſten, zumal uns andere Schriftſtellen darüber belehren, nicht machen. Unſer HErr JEſus Chriſtus und die heiligen Apoſtel mit ihm zeigen an andern Stellen der Schrift, wem das Sacrament zu geben und wem es zu verweigern iſt. Dies geſchieht ent⸗ weder direct, indem es heißt: Gebet nicht! oder indirect, indem gelehrt wird, wie es um den ſtehen ſoll, der zum Tiſche des HErrn kommen will, womit zugleich geſagt iſt, daß der, um den es nicht ſo ſteht, vom Tiſche des HErrn fernbleiben, daß er ferngehalten werden ſoll — ja, auch ferngehalten, nämlich durch den Prediger, der nicht nur ein Botſchafter an Chriſti Statt, nicht nur ein Haushalter über Gottes Geheimniſſe, dieſelben auszutheilen, ſondern auch ein Wächter über das Haus Iſrael iſt, der auch zu wachen hat über die Schätze der Kirche, daß ſie nicht in unberufene Hände gerathen. Wenn uns die Schrift über den würdigen Gebrauch des Sacraments belehrt, ſo zeigt ſie durch ihr: „Wer aber unwürdig iſſet und trinket, der iſſet und trinket ihm ſelber das Gericht", daß ſie vor ſolchem Eſſen und Trinken und vor dem Darreichen an ſolche, die offenbar unwürdig ſind, warnen will. Eine directe Ausſage unſers HErrn, nicht zu geben, finden wir Matth. 7, 6., wo es heißt: „Ihr ſollt das Heiligthum nicht den Hunden geben, und eure Perlen ſollt ihr nicht vor die Säue werfen." In den vorher⸗ gehenden Verſen hatte der HErr das Richten verboten und mit der Drohung des Wiedergerichtetwerdens und dem Gleichniß vom Balken und Splitter