# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1902_S66 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 66 Verhandlungen der neunzehnten Verſammlung am Platze, wenn auch von etwas anderem als von den ſicherlich nöthigen und nützlichen Zahlen berichtet wird, zumal Zahlen ja nicht alles, was in der Miſſion vorgeht, auszudrücken vermögen und manches unberückſichtigt laſſen, was in den Annalen des Himmels als etwas Wichtiges aufge⸗ zeichnet iſt. Es ſei daher dem Schreiber dieſes geſtattet, dies und das aus ſeiner Miſſionsgemeinde bekannt zu geben, welches dem Miſſionsfreunde etwas Intereſſe abgewinnen dürfte. Gleich im Anfang will ich feſtgeſtellt wiſſen, daß der Fortgang der Miſſion in Greensboro (einem ſchmucken Städtchen von nunmehr 19,000 Einwohnern) in den letzten beiden Jahren nicht immer ein äußerlich ſiegreicher war. Finſtere Trübſalswolken bedeck⸗ ten fortwährend unſeren Gemeindehimmel. Bald nach der letzten Sitzung der Synodalconferenz erlitten wir einen herben Verluſt durch den Tod eines treuverdienten, langjährigen Gemeindegliedes, das von der Bahn überfahren wurde. Kaum hatte ſich die Gemeinde davon erholt, als ſie dadurch ge⸗ ärgert wurde, daß die Wittwe des ſo grauſamer Weiſe getödteten Mitgliedes, die Jahre lang als eine treue Chriſtin angeſehen wurde, mit einem ver⸗ heiratheten Neger heimlich auf und davon ging. Sodann wurde eines un⸗ ſerer beſten Glieder geiſteskrank; und dies gab unſeren Feinden eine längſt erwünſchte Gelegenheit, den abergläubiſchen Negern weis zu machen, daß dies ein himmliſcher Beweis dafür ſei, daß alle Lutheraner verrückt würden! Wenn auch unſere Glieder nicht durch ſolches Gerede beeinflußt wurden, ſo iſt doch gar nicht zu beſchreiben, was für einen Eindruck dieſer Fall auf die⸗ jenigen machte, die draußen ſind, in Folge deſſen denn auch der Kirchen⸗ beſuch ein geringerer wurde. Ferner mußten wir zwei Glieder aus der Ge⸗ meinde ausſchließen, weil ſie ſich nicht mehr dem Worte Gottes unterwerfen wollten. Wieder andere ſind kürzlich nach dem Norden gezogen, weil die Arbeitslöhne, trotz ſchrecklich theurer Lebensmittel, hier im Süden ſo ge⸗ ring ſind, daß die Neger nur mit großer Mühe ohne den Lohn der Sünde hier leben können. . . . Seinen Gemeindegliedern kann Schreiber das Zeugniß ausſtellen, daß ſie alle, mit ein oder zwei Ausnahmen, die Predigt⸗ gottesdienſte des Sonntags und Mittwochs, und verſchiedene auch die Sonntagsſchulen regelmäßig beſuchen. . . . Das heilige Abendmahl haben alle unſere Communicirenden durchſchnittlich zweiundeinhalbmal des Jahres genoſſen. Außer Katechismuspredigten am Mittwoch⸗Abend hielt Schreiber wöchentlich auch Katechismusunterricht in ſeinem Hauſe, und zur Ehre Gottes kann geſagt werden, daß die ſeligmachende Erkenntniß in die⸗ ſem ſchwarzen Gemeindlein ſicherlich nicht hinter der in unſern weißen Gemeinden zurückſteht. . . . Noch ſteht das Wort Gottes auf dem Leuchter und erhellt Glauben und Leben unſerer farbigen Lutheraner hier. Ein er⸗ freuliches Zeichen iſt die brüderliche Ermahnung und Beſtrafung, welche unſere farbigen Lutheraner einander hier angedeihen laſſen. Daß ſie oft auf Irrwege gerathen, bedarf wohl keiner Verſicherung; um ſo erfreulicher iſt es dann zu wiſſen, daß ſie ſich gerne durch Gottes Wort wieder auf den