# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1902_S61 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) der ev.⸗luth. Synodalconferenz von Nord⸗America. 1902. 61 (S. 132.) Ferner ſchreibt er von „einer heidniſchen Religion, welche von Predigern geleitet wird, die ebenſo unwiſſend ſind wie ihre Zuhörer, und deren ſkandalöſe Gottloſigkeiten allen Vorſchriften der zehn Gebote Hohn ſprechen“. (S. 151.) Hierzu ſchreiben unſere Miſſionare: „Wir Miſſio⸗ nare wiſſen in Folge jahrelanger Berührung mit farbigen Predigern, daß das hier Geſagte leider nur allzu wahr iſt.“ („Miſſions⸗Taube“ vom Juni 1902, S. 45.) Daß aber den armen Negern mit ſolchen Leuten nicht gedient iſt, wird jeder Lutheraner zugeſtehen, der auch nur eine blaſſe Ahnung von der Un⸗ wiſſenheit, dem Aberglauben und dem liederlichen Leben dieſer Leute hat. Mit unſerer Negermiſſion aber ſteht es, Gott ſei Dank, doch anders. Wir ſind gewiß, daß unſere Arbeiter in der Negermiſſion, unſere Prediger und Lehrer, das Wort verkündigen und lehren, das aus dem Munde Gottes geht, und dieſe Gewißheit kann und muß uns Luſt und Freudigkeit geben, das Werk der Negermiſſion immer eifriger und williger zu treiben. Nichts iſt lieblicher, herrlicher und kräftiger als Gottes Wort. Eine Miſſion aber, die dieſes Wort, das aus dem Munde Gottes geht, verkündigt, treibt gewiß ein heiliges und ſeliges Werk. Wo ſie ihren Fuß hinſetzt, da ſtellt ſie Gottes Lehrſtuhl auf. Wo dieſes Wort verkündigt wird, da wird das Licht auf den Leuchter geſtellt, das Gott gegeben hat, die Völker zu erleuchten und zum Himmel zu führen. Wo dieſes Wort iſt, da leuchtet die Sonne der Herrlichkeit, da fließen die Quellen alles Heils, alles Segens. Dieſes Wort, das aus dem Munde Gottes geht, iſt das Miſſionsmittel der Ehrw. Synodalconferenz. Dieſes Wort iſt nun 25 Jahre lang von den Arbeitern in unſerer Negermiſſion verkündigt worden, und, Gott Lob, nicht ohne Erfolg. Müßten wir befürchten, daß das unter den Negern gepredigte Wort doch nichts ausrichte, dann könnte uns wohl die Luſt und Freudigkeit vergehen, das Werk der Negermiſſion weiter zu treiben. Freilich, es ſieht hierin oft auch recht entmuthigend aus. — Die lutheriſche Lehre bricht ſich nicht raſch Bahn. Unſere Miſſionare haben mit großen Schwierigkeiten zu kämpfen. Die Neger ſind nicht ſelten in geiſtlicher Beziehung tief geſunken. Sie haben die reine Lehre nicht gelernt. — Das wahre Lutherthum iſt ihnen ein unbekannt Ding. Die ihnen von unſern Miſſionaren gepredigte Lehre ſtreitet gegen ihre Vernunft und gegen ihren ſogenannten Glauben. Sie iſt ihnen neu und fremd. Und ſoll nun vollends unter ihnen ſo nach und nach ein geordnetes Gemeindeweſen, Zucht und Ordnung eingeführt wer⸗ den, ſo gibt es Schwierigkeiten auf Schwierigkeiten. Der hölliſche Lügengeiſt fehlt auch nicht — er iſt der Wahrheit ent⸗ gegen —, und die ſogenannten Schwarmgeiſter, ſowie die Gottesleugner und Ungläubigen thun auch das Ihrige, um der reinen Lehre zu ſchaden. So ſäen unſere Miſſionare mit Thränen, und von der Ernte mit Freuden iſt oft lange, lange nichts zu ſehen.