# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1902_S60 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 60 Verhandlungen der neunzehnten Verſammlung heiligt und die heiligen Sacramente fälſcht, kann ein lutheriſcher Chriſt keine Freude haben. Viele Negerprediger ſind elende Wäſcher, ja, oft grobe Laſterknechte. Unſere Miſſionare ſchreiben unter anderem: „Wenn jemand die Frage aufwerfen würde: ‚Wer iſt daran ſchuld, daß Gottes Name bei den Negern ſo ſehr entheiligt wird und ſein Reich nicht zu ihnen kommt?‘ — ſo würden wir ohne Zaudern entgegnen: Nächſt dem Fürſten der Finſterniß ſind es nicht ſelten ſeine ſchwarzen Helfershelfer unter den Negerpredigern. Es gibt ja glänzende Ausnahmen, aber die meiſten Negerprediger ſonſt, mit denen die Farbigen zur Zeit heimgeſucht werden, ſind zur Hälfte zu nichts fähig und zur andern Hälfte ſind ſie zu allem fähig! Es ſind Menſchen, die oft weder zu Hauſe eine chriſtliche Erziehung noch in einer Gemeinde⸗ ſchule chriſtlichen Unterricht genoſſen haben, dazu oft mit gar keiner oder nur mangelhafter, oft heidniſcher ‚theologiſcher‘ Ausbildung ins Amt ge⸗ kommen ſind. . . . Verſtehen ſie es dann, große ‘crowds’ zu ſammeln und viel Geld aus ihren ‚Gemeinden‘ herauszulocken, ſo halten ſie ſich für be⸗ gehrenswerthe Diener der Kirche.“ (S. „Miſſions⸗Taube“ vom Juni 1902.) Booker T. Waſhington, der bekannte Negeragitator, dem man gewißlich nicht abſprechen kann, daß er ſeine Raſſengenoſſen kennt, ſagt: „Drei Viertel der Baptiſten⸗ und zwei Drittel der Methodiſten⸗Neger⸗ prediger ſind weder in geiſtiger noch moraliſcher Beziehung fähig, andern das Evangelium zu predigen oder andern ein Führer zu ſein. Mit wenigen Ausnahmen iſt das Predigen der farbigen Prediger nichts als Gefühls⸗ duſelei im höchſten Grade, und der Paſtor hält ſich in dem Grade erfolg⸗ reich, als es ihm gelingt, ſeine Gemeinde zu lautem Brüllen, Stöhnen, Umhertanzen und zu bewußtloſen Entzückungen hinzureißen. Nicht Einem unter zwanzig Negerpredigern trauen ſeine Nachbarn, und wer ſie am beſten kennt, traut ihnen am wenigſten, ſowohl in finanzieller als in moraliſcher Hinſicht. Eine der Hauptaufgaben dieſer Negerprediger beſteht darin, ihren Gehalt aufzutreiben, und dieſem Zwecke wird alles andere untergeordnet. Der größte Theil des Gottesdienſtes beſteht in den Verſuchen, Geld aus den Farbigen herauszuſaugen.“ (Citirt aus dem “Lutheran Pioneer”, Jahrg. 18, S. 30.) So weit Booker T. Waſhington, der jedoch in dieſer ſeiner Anſicht über Negerprediger keineswegs allein ſteht. W. Hannibal Thomas, früher ſelbſt ein farbiger Negerprediger, dann Advocat und Glied der Legislatur von South Carolina, ſchreibt in ſeinem Buch: “The American Negro” Folgendes: „Die anerkannten Führer der Negerraſſe ſind ihre Prediger und Lehrer.“ Aber wie Thomas weiter ſchreibt, ſind Tauſende von ihnen in den Südſtaaten nur dazu da, „ein faules, leichtſinniges, wenn nicht laſterhaftes Leben zu führen“. (S. 257.) Ferner: „Es gibt zahlloſe Negerprediger und Lehrer, die ſo ſchlecht für ihren erwählten Beruf vorbereitet ſind, daß man auf den erſten Blick ſieht, daß die irdiſchen Berufe vieler kräftiger Arbeiter dadurch beraubt wurden.“