# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1902_S59 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) der ev.⸗luth. Synodalconferenz von Nord⸗America. 1902. 59 ner, daß der liebe Gott uns unter den Negern ein großes Arbeitsfeld ge⸗ geben hat. „Groß ſind die Werke des HErrn“ ꝛc. „Hebet eure Augen auf, und ſehet in das Feld; denn es iſt ſchon weiß zur Ernte“, Joh. 4, 35. Man bedenke: neun Millionen Neger! Wie viele unter dieſen neun Millionen Negern bereits Glieder einer chriſtlichen Gemeinſchaft ſind, können wir nicht mit Beſtimmtheit ſagen. Nach den Berichten einiger zählen die Methodiſten 11,081 Paſtoren, 10,051 Kirchen und 1,410,981 Communicirende, die Baptiſten 14,351 Paſtoren, 15,654 Kirchen und 1,864,600 Communi⸗ cirende, die Presbyterianer 400 Paſtoren, 150 Kirchen und 39,000 Com⸗ municirende und die Congregationaliſten 5 Paſtoren, 5 Kirchen und 319 Communicirende. Kurz, das wiſſen wir ganz beſtimmt, daß Tauſende, Zehntauſende, Hunderttauſende von Negern noch keine Chriſten ſind, ja, daß Hunderttauſende noch nicht unter den Einfluß des Chriſtenthums ge⸗ kommen und viele Hunderttauſende kirchlich noch unverſorgt ſind. Die geiſtliche Noth dieſer armen Neger iſt eine unausſprechlich große, und dieſe große geiſtliche Noth der Neger ſollte uns gleichgültig oder gar kalt laſſen? Nimmermehr! Es ſind nun 25 Jahre her, da wurde auf der Synodalconferenz die Frage aufgeworfen: „ob es nicht an der Zeit ſei, daß die Synodalconferenz ihre Aufmerkſamkeit auf die Heidenmiſſion richte und eine Miſſion etwa unter den Negern und Indianern dieſes Landes ins Leben rufe“. „Dieſer ſo hoch⸗ wichtige Gegenſtand wurde ſofort zur Beſprechung aufgenommen, da er ganz im Einklang mit unſerer Conſtitution ſteht. Dort wird nämlich unter den Gegenſtänden der Thätigkeit der Conferenz auch aufgeführt: ‚Angelegenheiten äußerer und innerer Miſſion.‘ Länger über die hohe Wichtigkeit dieſer Sache zu verhandeln, war unnöthig, da alle Delegaten davon beſeelt waren, auch an dem ſeligen Werk der Heidenmiſſion Theil zu nehmen.“ „Die Haupt⸗ frage war der Conferenz jetzt: Wie fangen wir dies Werk an? Unter wel⸗ chem Volke wollen wir zunächſt beginnen? Hierüber ſprach man ſich dahin aus, daß die Neger des Südens wohl zunächſt ins Auge gefaßt werden ſollten.“ So geſchah es denn auch — und ſeitdem treibt die Synodal⸗ conferenz Negermiſſion. Fragen wir nun: Was war es, was die Synodalconferenz mit Luſt und Freudigkeit erfüllte, das Werk der Miſſion unter den Negern unſeres Landes zu beginnen? Es war 1. die Gewißheit, daß wir den armen Negern das Wort verkündigen, das aus dem Munde Gottes geht, und 2. die Ge⸗ wißheit, daß dieſes Wort auch unter den Negern ausrichten wird, wozu es Gott ſendet. Es gehen wohl viele Miſſionare zu den Negern, aber was bringen ſie den Armen, was predigen ſie ihnen? Nicht nur das Wort, das aus dem Mund Gottes geht. Sie predigen allerlei Irrthümer, Menſchengebote, Ver⸗ nunftweisheit ꝛc. Durch ſolche Predigten aber wird Gottes Name nicht ge⸗ heiligt, ſondern entheiligt. An einer Miſſion aber, die Gottes Wort ent⸗