# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1902_S58 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 58 Verhandlungen der neunzehnten Verſammlung Gott hat uns gerade für die Negermiſſion hier eine große Thür auf⸗ gethan, und daß die Ehrw. Synodalconferenz vor jetzt 25 Jahren durch dieſe offene Thür eingegangen iſt, war ganz und gar dem Wort und Willen Gottes gemäß. Was Gott uns vor die Thür legt, das ſollen wir erſt thun. Gott hat uns die hieſigen Neger wie einen armen Lazarus vor die Thür gelegt, damit wir uns ihrer geiſtlichen Noth erbarmen ſollen, und hat uns verheißen, auch in dieſem Miſſionswerk mit ſeiner Gnade, ſeinem Schutz und Beiſtand bei uns zu ſein und zu bleiben. Des HErrn Wort iſt wahr⸗ haftig, und was er zuſagt, das hält er gewiß. Die 25jährige Geſchichte un⸗ ſerer Negermiſſion beſtätigt dieſe Wahrheit. „Bis hieher hat uns Gott ge⸗ bracht durch ſeine große Güte“ — und derſelbe Gott, der bisher geholfen hat in der Negermiſſion, der wird auch weiter helfen. Wir haben unter den hieſigen Negern ein großes, weites und noch ſehr wenig bebautes Miſſionsfeld. „Hebet eure Augen auf, und ſehet in das Feld; denn es iſt ſchon weiß zur Ernte“, Joh. 4, 35. Die Negerbevölke⸗ rung unſeres Landes war im Jahre 1900 auf 8,840,789 geſtiegen, und von dieſen nahezu neun Millionen wohnen 6,108,788 in dem ſogenannten “Black Belt”, und zwar in acht Staaten vertheilt, wie folgt: In Vir⸗ ginia 660,722, in North Carolina 624,469, in South Carolina 782,321, in Georgia 1,034,813, in Alabama 827,307, in Miſſiſſippi 907,630, in Louiſiana 650,804, in Texas 620,722; total: 6,108,788. Die Zunahme von 1890 bis 1900 in den obengenannten acht Staaten war folgende: In Virginia 25,284, in North Carolina 63,450, in South Carolina 93,387, in Georgia 175,998, in Alabama 148,818, in Miſſiſſippi 165,071, in Louiſiana 91,611, in Texas 132,551; total: 896,170. Von 1790 bis 1860 — alſo bis zum Ausbruch des Bürgerkrieges — war die Zahl der hieſigen Neger von 757,208 auf 4,441,830 geſtiegen, mit andern Worten: in einem Zeitraum von 70 Jahren hat ſich ihre Zahl ver⸗ ſechsfacht. In den 35 Jahren nach dem Kriege jedoch — von 1865 bis 1900 — iſt die Zahl unſerer Negerbevölkerung bis auf 8,840,789 geſtiegen — mit andern Worten: in den letzten 40 Jahren hat ſich die Negerbevölke⸗ rung unſeres Landes verdoppelt. Die eigentliche Heimath unſerer Neger iſt bekanntlich im Süden un⸗ ſeres Landes und wird es auch wohl bleiben. Zweiundneunzig Procent der hieſigen Neger iſt heute noch in den ſechzehn urſprünglichen Sklavenſtaaten zu finden. Die meiſten Neger wohnen auf dem Lande, “on the plantations”, in den „Weilern und Dörfern“; doch findet man ſie auch in den Städten. So wohnten z. B. im Jahre 1900 in Waſhington, D. C., 86,702 Neger, in Baltimore 79,259, in New Orleans 77,714, in Philadelphia 62,613, in New York City 60,666. Was beweiſen alle dieſe Zahlen? Sie beweiſen unter anderem, daß unſere Negerbevölkerung nicht ab⸗, ſondern zunimmt. Sie beweiſen fer⸗