# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1902_S57 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) der ev.⸗luth. Synodalconferenz von Nord⸗America. 1902. 57 Geſchäftsverhandlungen. I. Negermiſſion. Der Bericht der Commiſſion für Negermiſſion wurde verleſen und an⸗ genommen. Er lautet folgendermaßen: Bericht der Commiſſion für Negermiſſion über den Zeitraum von Auguſt 1900 bis Juli 1902. „Groß ſind die Werke des HErrn; wer ihrer achtet, der hat eitel Luſt daran“, ſo rief einſt David aus (Pſ. 111, 2.), als er ſich an die großen Thaten Gottes erinnerte. „Groß ſind die Werke des HErrn“ — das gilt von allen Werken des HErrn; das gilt auch von dem Werk des HErrn, das wir jetzt mit einander beſehen, beſprechen, rühmen und preiſen wollen. Es iſt dieſes das wichtige und geſegnete Werk der Aus⸗ breitung des Reiches Gottes unter den armen, zum großen Theil verachte⸗ ten Negern unſeres Landes, ein Werk, welches im Jahre 1877 — alſo vor 25 Jahren — begonnen worden iſt. Unſere Negermiſſion, über deren Fortgang und Beſtand wir heute der Ehrw. Synodalconferenz den ſchuldigen zweijährlichen Bericht erſtatten, iſt ſicherlich ein Werk Gottes, ja, ein Wunderwerk der Weisheit und Gnade Gottes. Dieſes Werk Gottes ſoll und muß getrieben werden, und zwar mit Luſt und Eifer, denn auch die Negermiſſion gehört zu jenen Werken Gottes, von denen es heißt: „Wer ihrer achtet, der hat eitel Luſt daran.“ Es iſt Gottes ernſter Wille, daß nicht bloß einzelne Menſchen oder einzelne Völker, ſondern alle, ohne Anſehen der Perſon, ſelig werden. Klar und deutlich erklärt es uns Gottes Wort, daß Gottes Gnade eine allgemeine ſei und ſich über alle Menſchen erſtrecke. Ausdrücklich hat Gott uns daher befohlen, daß wir nicht nur unſerm Volk das Evangelium predigen ſollen, ſondern allen Völkern, nämlich mit dem Wort: „Gehet hin und lehret alle Völker.“ Zu dieſen „allen Völkern“, unter denen miſſionirt werden ſoll, gehören auch ganz gewiß die armen, zum Theil noch heidniſchen, unwiſſenden Neger dieſes Landes. Ja, gerade gegen ſie haben wir eine ganz beſondere Ver⸗ pflichtung; denn unſere Weißen — ſogenannte Chriſten — waren es ja, deren Habſucht dies Negervolk in dies Land gebracht hat. Das hat Gott ohne Zweifel geſchehen laſſen, damit ſie hier unter den Schall des Evange⸗ liums kommen möchten. Wenn darum der HErr JEſus, der gute Hirte, ſagt: „Ich habe noch andere Schafe, die ſind nicht aus dieſem Stalle. Und dieſelben muß ich herführen“ ꝛc., ſo gehören zu dieſen anderen Schafen, die der gute Hirte herbeiführen muß, auch ganz gewiß die armen Neger unſeres Landes.